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Welche Geschichten sind eure Favoriten? (Abgabe mehrerer Stimmen möglich!!)

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Stimmen insgesamt: 18
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 24.03.19 23:55
Edit 06.05.2019

Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Coollogo_com-214761942
Abgaben:




Die Abstimmung geht wie immer 7 Tage bis zum 13.05.2019... etwa 20:00 Uhr


Hallo Leute!

Lange ist es her, beinahe ein Jahr, aber das Interesse eurerseits hat nicht aufgehört, weswegen wir nun einen neuen Wettbewerb starten werden! 


Ihr habt abgestimmt und das Thema für dieses Mal wird sein: Künstliche Intelligenz.
Dieser Begriff ist natürlich wie immer frei zur Interpretation und jeder der will kann mitmachen!


Freue mich, dass wir zurück sind und bin gespannt auf eure Einsendungen... Nun zum Standard-Teil...


Hier nun die wichtigsten Fakten:
Die Geschichte ist bis zum 05.05.2019 23:59 Uhr einzureichen.
Alle weiteren Regeln findet ihr hier:
http://anime.forumieren.de/t5871-aktuelles-regelwerk-kurzgeschichten-wettbewerbe





Wie ihr dieses Thema interpretiert ist völlig euch überlassen. Also lasst eurer Fantasie freien Lauf!
Zu gewinnen gibt es wie immer hübsche Abzeichen! Wieder einmal wunderschön hergestellt von @Mithras :
Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz KI_TeilnahmeKurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz KI_BronzeKurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz KI_SilberKurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz KI_Gold -


Zuletzt von Akeem am 09.05.19 22:43 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 24.04.19 21:02
Nach mehreren Anfragen gibt es +10 Tage Verlängerung.
Also geht der Wettbewerb bis zum 05.05.2019 23:59:59 Uhr
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 06.05.19 19:38
Liebe und Experimente


Ein Tag wie jeder andere...
Das piepsen des Hauptcomputers und das statische Geräusch der Stromanschlüsse die im Labor verteilt waren, das war der Alltag für Ruby.
Eine engagierte Forscherin. Immer hochmotiviert und zuverlässig. Sie war die mit dem Besten Abschluss ihrer Studiengruppe.
Nach ihrem Abschluss fand sie direkt eine Stelle in einem grßen Labor das sich um die Erforschung von KI(Künstlicher Intelligenz).

Ein großer Papierstapel landete neben ihr auf dem Schreibtisch.
"Miss McMarlen, diese Protokolle sollen bis morgen 13Uhr fertig sein." Doktor Stanson stand neben ihr mit einem überheblichen Lachen neben ihr.
Das war ihr nicht neu, täglich wurde sie von ihrem Vorgesetzten schickaniert oder bekam Aufagben die unmöglich schienen.
"Natürlich." meinte sie und zog den Stapel vor sich um damit anzufangen. Die Uhr zeigte bereits 21:30Uhr. Sah so aus als müsste sie die Nacht durcharbeiten. Mit einem gehässigen Lachen machte Stanson sich dann auf den Heimweg.

Als sich die Tür hinter ihm schloss, legte sie den Kopf in ihre Hände und lies ein langes seufzen von sich.
"Das ist kein Menschengerechtes Verhalten."
Die rothaarige Forscherin drehte ihren Kopf der Stimme zu und sah in das Gesicht von Experiment IN510 oder wie sie ihn Elijah nannte. Sie hielt nicht viel davon ihn als Experiment zu behandeln deswegen entschied sie sich, ihm einen Namen zu geben. Elijah war für viele nur ein Experiment die Künstliche Intelligenz zu verfeinern, für sie jedoch ist er zu einem Freund geworden. Er war ein Mann der zum Teil Roboter und zum Teil Mensch war. Mit kurzen braunen Haaren und klaren braunen Augen konnte man ihm garnicht ansehen, dass er künstlich erschaffen wurde. Sie brachte ihm alles über Menschen bei was sie wusste und so baute sich über die Monate eine Freundschaft zwischen den beiden auf die sich unbewusst zu mehr bildete.

Ein paar Monate später saß Ruby mit ein paar anderen Forschern in eienm großen Meeting.
"Nach vielen Test und Versuchen sind wir zu der Entscheidung gekommen, Experiment IN249 mit dem Analog Programm X19 auszustatten."
Ruby hob die Hand. "Ich halte das für keine gute Idee, die Protokolle der letzen Tage haben gezeigt-"
"Seien Sie still, es wurde Monate lang beobachtet, es kann nichts schief gehen." Stanson unterbrach sie mit seiner Autorität.
"Gehen Sie wieder in ihr Labor und beobachten IN510 weiter."
Oh wie sie ihm am Liebsten das Grinsen von Gesicht wischen würde.
Genervt ging sie zurück ins Labor und setzte sich wieder an ihren Computer.
"Wie lief-" fing Elijah an.
"Bitte jetzt nicht." unterbrach sie ihn selbst und fing an am Computer weiter zu schreiben.
Eine Stunde später sah sie wie die anderen Forscher an ihrem Büro vorbeigingen. Ruby wartete ein paar Minuten und machte sich ebenfalls auf den Weg zu dem Labor wo sie den neusten Versuch durchführten. Unauffällig blickte sie durch die Scheibe an der verschlossenen Tür und sah wie einer der Herren etwas an auf einem Programm eingab. Kurz darauf fing IN249 an sich zu bewegen.

Erst war alles normal doch plötzlich änderten sich seine Augen von ihrem ntürlichen grün in ein gefährliches Rot verfärbten.
"VERSUCH ABBRECHEN! VERSUCH ABBRECHEN!!" schrie Stanson und ein Kollege fing an wieder etwas an dem Monitor zu schreiben.
"Es geht nicht, anscheinend hat es sich während der Übertragung in den PC eingehackt und den PC unbrauchbar gemacht."
Schnell versteckte sich Ruby als die andern auf die Tür zurannten.
"Sie lässt sich nicht öffnen."
"Glaubt ihr wirklich ihr seit schlauer als ich?" IN249 sprach durch die Scheibe die ihn von den Menschen trennte. Mit einem kruzen Hieb schlug er diese durch und sah die Forscher an als wären sie wie ein kleiner Snack für ihn.
Die Alarmsirenen gingen an und plötzlich erhob sich ein Tummult im ganzen Gebäude. Menschen fingen an wie hektisch das Gebäude zu verlassen und rannten um ihr Leben.
Voller Angst kauerte Ruby auf dem Boden und hielt die Hände über ihre Ohren um die Schreie aus dem Labor auszublenden.
Kurz danch öffnete sich die Tür und IN249 trat aus. Ruby hob ihren Kopf als sie ihn sah und lies einen lauten Schrei aus. Nachdem sein Blick sich ihr zu wand packte sie schnell allen Mut zusammen und rannte weg vor ihm. Dieser lachte nur und machte sich in die Richtung auf in die Ruby rannte.
"Lauf nur davon. Dich erwische ich auch noch."
Nach ein paar Minuten rennen blieb Ruby in einem Gang stehen wo sie dachte das sie eine kurze Zeit in Sicherheit sei.
"Ich weiß das du da bist. Los komm raus dann wird dein Top kurz und schmerzlos." ein Schatten fing an sich dem Gang zu nähern und Ruby fing vor lauter Panik an zu zittern.
Es fühlte sich an wie in Zeitlupe an das sich der Schatten nähert. Kurz bevor der Schatten sich zu erkennen gab, wurde Ruby in eine Kammer gezogen. Bevor sie einen Schrei von sich geben konnte landete eine Hand vor ihrem Mund.

Durch die kleinen Schlitze in der Tür sah sie wie das Experiment durch den Gang lief in dem sie noch vor einigen Sekunden stand.
Ein paar Minuten stand sie da mit der fremden Hand vor ihrem Mund, die sich dann langsam von ihr löste. Ruby drehte sich um und sah in die Augen von Elijah.
"Elijah? Wie hast du es geschafft dich von den Kabeln zu lösen?" flüsterte sie ihm zu doch er hielt nur den Finger hoch um ihr zu zeigen sie solle leiser sein.
"Ich hatte kein gutes Gefühl als du vorhin gegangen bist. Also habe ich mich in die Sicherheitskameras gehackt und gesehen was passiert ist. Ich konnte nicht zulassen das dir das selbe passiert." erwiedert er und Rubys Gesicht entspannte sich. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus und sie legte den Kopf sanft auf seine Brust.
"Dankeschön." flüsterte sie so leise das sie nicht sicher war ob er es hörte.
Elijah fing ebenfalls an zu lächeln und legte seine Hände um ihre Hüften und drückte sie an sich. Es war ein neues Gefühl für ihn, aber es war eins, das er nicht verlieren wollte.
"Los, lass uns von hier verschwinden." sagte er und nahm ihre Hand in seine. Ruby nickte nur mit dem Kopf.
Sie war bereit das alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen.
Ein neues Leben mit Elijah an ihrer Seite.
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 06.05.19 19:41
True Face


Ohne wirklich darüber nachzudenken nahm ich die Kanne und goss Kaffee in die Tasse, die ich in der Hand hatte. Wenn ich doch mal darüber nachdachte, wunderte es mich immer wieder, wie selbstverständlich dieser Vorgang ablief. Als hätte ihn man mir einprogrammiert. Der Gast bestellte und ich servierte, Tag für Tag. Als Kellnerin in einem Diner war das immerhin mein Job.


„Sam, Tisch sieben will bezahlen.“ – „Roastbeef Sandwich, Cheesecake, ein Latte und ein Cappuccino laktose- und koffeinfrei“, antwortete ich Tiffany, die mir die Rechnung entgegen streckte. Ich hätte sie eigentlich nicht gebraucht, doch es war Vorschrift. „Du merkst dir aber auch alles“ sagte meine Kollegin erstaunt. Grinsend nahm ich die Geldtasche. „Siebenter März um 11:39 Uhr, Cheeseburger mit BBQ Sauce und eine große Cola, mein erster Kunde“ entgegnete ich ihr mit einem stolzen Grinsen.


„Das wären bitte 18,40$.“ Freundlich lächelte ich das Pärchen am Tisch an. Nachdem ich kassiert hatte und gerade auf dem Weg zurück hinter den Tresen war, betrat ein Mann das Diner. Er hatte die Kapuze seines dunklen Hoodies tief in sein Gesicht gezogen. „Verzeihung…“ murmelte er, als er fast in mich hinein gelaufen wäre. Martha und Tiffany warfen ihm einige skeptische Blicke zu, während er mit einer Hand am Kinn in unsere Kuchenvitrine starrte.


„Unser Triple Chocolate Cheesecake ist der beliebteste“, sagte ich grinsend zu ihm, denn mit der großen Auswahl war er sichtlich überfordert. Langsam nickend hob er den Kopf nur um mich ebenso freundlich anzugrinsen. „Dann nehme ich zwei Stücke davon. Zum Mitnehmen, bitte.“ Entgegnete er mir und schon im nächsten Moment hielt ich den Tortenheber in der Hand. Die Kuchenstücke legte ich einen Karton und faltete diesen zusammen. „Darf es noch etwas sein?“ fragte ich den Mann während ich mich wieder zu ihm umdrehte. „Oh ja! Alles was in der Kasse ist!“


Es war das erste Mal, dass ich in den Lauf einer Waffe blickte. Zwar galt unser Viertel nicht gerade als sicher, doch ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich selbst mal Opfer eines Überfalls werden sollte.


„Hast du nicht gehört, Schlampe?! Die Kohle! Sofort!“ brüllte er mich an. In Schockstarre stand ich da. Der Cheesecake landete mit einem klatschenden Geräusch auf dem Boden, doch mein Herzschlag übertönte es wohl. Als ich es kurz schaffte, meine weit aufgerissenen Augen von der Pistole abzuwenden, sah ich, dass die meisten Gäste bereits panisch zusammen gekauert unter den Tischen hockten und Schutz suchten. Am liebsten hätte ich in diesem Moment dasselbe getan.
„Hey!“ schrie er und fuchtelte mit der Waffe vor meiner Nase, was mich aus meinem Schock riss. Stotternd ging ich einen Schritt zur Seite und versuchte mit meiner zitternden Hand die Kasse zu öffnen. Erst beim dritten Versuch traf ich den Knopf, doch ohne einen Kauf konnte ich die Geldlade nicht öffnen. „Was dauert denn da so lange?!“ fragte er gestresst. „I...i…ich mu…muss…“ Schweißgebadet versuchte ich den Cheesecake zu verrechnen damit sich die Kasse öffnete, doch der Touchscreen reagierte nicht auf meine feuchten Finger. Als mich der Kerl noch einmal stresste, begannen meine Tränen zu fließen, doch schließlich öffnete sich die Lade.


Zwei laute Knalle ertönten und der Geruch von abgebrannten Schwarzpulver lag plötzlich in der Luft. Mit einer Hand konnte ich die Wand hinter mir fühlen. Wie war ich so schnell hier her gekommen? Zwischen der Kasse und der Wand waren doch gut zwei Meter. Ich sah noch, wie der Räuber sich am Bargeld bediente und drehte den Kopf dann leicht nach links. Tiffany hockte schluchzend hinter dem Tresen. Ihre Tränen ließen den Eyeliner verlaufen. Als sie sah, dass ich sie anschaute, hob sie zitternd den Finger und zeigte auf meine Brust. Langsam ließ ich den Kopf sinken. Meine Uniform war an zwei Stellen zerfetzt. Sofort lief ein stechender Schmerz durch meinen Oberkörper und meine Knie wurden weich. Das letzte was ich sah, bevor ich meine Augen nicht mehr offen halten konnte, waren zwei deformierte Kugeln, die am Boden lagen.


Schwer schnaufend wachte ich auf. Ich war orientierungslos und helles Licht blendete mich. Es dauerte einen Moment bis ich sehen konnte und ein Gefühl für meinen Körper bekam. Ich war zu Hause, lag in meinem Bett. Sofort setzte ich mich auf und zog hektisch mein Oberteil aus. Die Szenen des Überfalls flackerten immer wieder in meinem Kopf auf. Meine Hände suchten meine Brust ab, doch ich konnte nichts fühlen, nur meine eigenen Haut. Panisch stand ich auf und torkelte ins Bad, doch auch der Spiegel zeigte mir nur meine unversehrte Haut, keine Pflaster oder Narben. Hatte ich alles nur geträumt?


Verwirrt duschte ich erst einmal, um mich ein wenig zu beruhigen. Mit einem Kopfschütteln tat ich es als unglaublich realen Albtraum ab und zog mir meine Uniform an. Als ich auf mein Handy sah, bestätigte sich meine eingeredete Meinung. Es war der 20. Mai, ein Tag nach dem Überfall. Unmöglich hätten Schusswunden so schnell heilen können. Außerdem war es kurz vor meinem Dienstbeginn. Fluchend lief ich aus der Wohnung und legte einen regelrechten Sprint zur Bushaltestelle hin.


Am Diner angekommen konnte ich meinen Augen nicht glauben. Mein Herz begann wieder zu rasen und meine Atmung wurde schneller. Gelbes Polizeiband versiegelte den Eingang und durch das Fenster konnte ich eine weiße Linie hinter der Kasse sehen, die die Form eines Körpers darstellte. Die Form meines Körpers. Hyperventilierend drehte ich mich auf den Hacken um und stieg gleich wieder in den Bus um nach Hause zu fahren, noch bevor mich einer der Polizisten bemerkte.


„Nein… nein… nein…“ murmelte ich immer und immer wieder. Ich zitterte so heftig, dass mir der Schlüssel für meine Wohnungstür einige Male runter fiel. In meiner Wohnung knallte ich nur die Tür hinter mir zu und sank daran gelehnt zu Boden. Stundenlang saß ich da, umarmte meine Knie und versuchte mich zu beruhigen. Bei jedem Geräusch zuckte ich zusammen, alles erinnerte mich an die zwei Schüsse. Schüsse die auf mich abgefeuert wurden. Erst als die Sonne wieder dabei war unterzugehen schaffte ich es mich zusammenzureißen und aufzustehen. Auf wackeligen Beinen schleppte ich mich in die Küche, wo ich mir das Filetiermesser aus einer Schublade holte.


Mit versteinertem Blick wanderte ich damit ins Bad und schaute mich im Spiegel an. Ich erkannte mich nicht wieder. Es war, als wäre das Gesicht, das mich ansah, das einer völlig fremden Frau. Als ich das Messer langsam durch meine Haut drückte, musste ich die Lippen zusammenpressen um nicht gleich zu schreien. Tränen flossen mir aus den Augenwinkeln. Langsam und zittrig schob ich das Messer nach unten, mein Brustbein entlang. Ich wusste, wie es sich anhörte, wenn ein Messer über Knochen glitt. Oft genug hatte ich Hähnchen oder Kottelets zerlegt. Doch dieses Mal hörte es sich anders an. Es quietschte. Nach wenigen Zentimetern ließ ich das Messer in das Waschbecken fallen. Kein einziger Bluttopfen zeichnete sich dort ab und auch die Klinge war trocken. Vorsichtig steckte ich meine Finger in den Schlitz. Ich fühlte etwas hartes und kaltes, Metall. Hyperventilierend griff ich die Haut, bohrte meine Fingernägel regelrecht hinein. Kurz schloss ich die Augen, ehe ich mit einem Schrei ruckartig anriss. Das Gefühl mir selbst die Haut abzuziehen ließ mir einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen.


Ich wagte es nicht die Augen zu öffnen. Immer und immer wieder schob ich meine Finger unter die Haut und das weiche Gewebe darunter und zog daran. Schreiend und weinend brach ich am Badezimmerboden zusammen und… zog mich aus. Es dauerte und schmerzte, doch irgendwann fühlte ich, wie sich das letzte Stück Haut löste.


Vorsichtig erhob ich mich, stützte mich am Waschbecken ab. Tausende Gedanken schossen mir durch den Kopf. Meine eigene geistige Stimme trieb ich fast in den Wahnsinn. Um all meine Gedanken abzuschalten knallte ich meine Stirn ein paar Mal gegen den Spiegel, bis ich gläsernes Klirren hören konnte. Stille kehrte in meinem Geist ein. Ich versuchte tief durchzuatmen, hob den Kopf. „Eins… zwei… drei…“ murmelte ich und auf drei öffnete ich die Augen. Alles schien für einen Moment still zu stehen. Mein Herzschlag, meine Atmung, ja selbst die Stadt vor dem Fenster. Ich blickte in ein Gesicht wie aus einem Science Fiction Film. Ein Gesicht aus Metall und Kunststoff. Mein Gesicht. Mein wahres Gesicht. Schwarzer Lack stellte Zeichen auf meiner Stirn dar.

„S4M… Sam…“
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 06.05.19 19:43
Scream of the machine (Starship Trooper Fanfiction)


- auf Wunsch des Autors entfernt -


Zuletzt von Akeem am 16.05.19 7:14 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 06.05.19 19:44
Spoofing


Auch nach zwei Wochen Reisen mit derselben alten Straßenbahn war Kanice noch nicht von der Sicherheit dieser überzeugt. Das Ruckeln, das nur aufhörte wenn das Relikt still stand, würde niemals ihr Vertrauen gewinnen.
Nervös atmete sie einmal tief ein und aus bevor sie sich auf die Bank am Fenster neben Blythe setzte. Diese war wie immer völlig entspannt und störte sich kein bisschen an dem Ruckeln und Wackeln, das Kanice seit Tag eins ihres Urlaubs piesackte.
Während die Beiden schweigend nebeneinander saßen flog die Landschaft an ihnen nur so vorbei.
In der Ferne konnte man schon die zackigen Spitzen der vor langer Zeit höchsten Gebäude erkennen, die darauf hinwiesen, dass sie bald das nächste Stadtgebiet erreichten.
„Irgendwie sieht jede Stadt gleich aus“, ertönte Blythe‘ Stimme neben ihr. „Zerfallene Gebäude, antike Fahrzeuge, die man sonst im Museum findet, zerrissene Straßen überwuchert von Natur, noch mehr zerfallene Gebäude.“
Kanice nickte nachdenklich. „Ich bin auch ganz froh, dass unsere Route die meisten Städte ignoriert hat." Sie streckte sich einmal ausgiebig bis ihre Gelenke knackten. „Und das ist ja jetzt sowieso unsere letzte Station. Ich hab gelesen, dass das einer der neueren Orte ist.“ Sie lachte über ihre eigene Wortwahl. „Naja, was man hier nun mal ‚neu‘ nennen kann.“ Blythe musste auch ein Kichern von sich geben. „Die Reiseleitung hatte uns ja schon gewarnt, dass der Tourismus hier sehr träge ist seit den letzten Jahrzehnten. Und sich daher niemand mehr kümmert.“
„Aber genau das war es auch, was ich so interessant fand. Kein 0815 Urlaub auf Io oder Serra-5. Ein bisschen Authentizi-“ Ein besonders starkes Ruckeln ließ Kanice mit einem abgebrochenen Fiepen zusammenfahren. „Hauptsache wir sind bald da“, grummelte sie und drückte Blythe‘ Arm, den sie vor Schreck ergriffen hatte, stärker an sich.

Die Stadt war wirklich so wie jede davor, wie Blythe‘ schon gesagt hatte. Auf dem Boden war ein schwach blinkendes Weglicht, das immer mal wieder aussetzte, welches sie zu ihrem letzten Ziel führen sollte. Danach würde es wieder nach hause gehen.
Kanice‘ Blick wanderte rüber zu ihrer Freundin, welche sehr bedacht darauf war nicht schon wieder einen tiefhängenden Ast in ihren Datenkabeln zu fangen. Sie hatte diese schon so gut es ging zu einem provisorischen Zopf zusammengebunden seit dem letzten Unfall.
Mit wohl bedachten Schritten, bei denen keine der Beiden über die dicken Wurzeln stolperte, die den Asphalt aufgerissen hatten, erreichten sie ihr Ziel.
Das Gebäude war moderner als die Anderen in der unmittelbaren Umgebung. Es war kreisrund und ähnelte einer Kuppel. Lange bunte Fenster zierten die Wände der Kirche, der Großteil noch, wie durch ein Wunder, intakt. Die Farben fingen das Sonnenlicht ein und tanzten auf dem früher mal weißen Boden der nun flächendeckend mit Moos besetzt war. Mit einem korrigierenden Griff an ihrer Atemmaske näherte sich Kanice mit einem Hüpfen in ihrem Schritt dem Platz.
„Wenn du wieder hinfällst werde ich dir nicht helfen“, rief Blythe ihrer Freundin hinterher, sie war damit beschäftigt den Ort zu scannen und in ihre Datenbanken einzuspeichern. Der Ausflug war der erste, den sie in ihrem bis jetzt relativ kurzen Leben machte. Mit einem abwinkenden „jaja“ tastete sich die Kleinere der Beiden an der großen zweiflügeligen Tür entlang. Sie war nicht von selbst aufgegangen als Kanice sich ihr genähert hatte, daher suchte sie nach dem Nummernschloss, dass die meisten Gebäude aus dieser Zeit hatten. Jedoch hatte sich Efeu ein zu Hause an dieser Tür gemacht und erschwerte dadurch sogar den Türgriff ausfindig zu machen. „Steh doch nicht nur rum und hilf mir mal!“, rief sie über den Platz Blythe zu, die immer noch damit beschäftigt war Fotos zu machen.
Genervt stapfte Blythe zu ihrer ungeduldigen Begleitung. „Nur weil du keine Fotos machst, heißt das nicht, dass du mich hetzen darfst“, mit einem sanften Schubser, wurde Kanice von der Tür entfernt. Das Problem war mit einem kurzen Scan schnell gelöst, das digitale Nummernschloss war mittig des rechten Türflügels zu finden.
„Meinst du wir hätten doch einen Tourguide buchen sollen?“, Kanice hatte diese Frage schon öfter während ihrer Reise gestellt. Anscheinend so oft, dass Blythe nicht einmal mehr darauf reagierte. Es war ja auch um einiges bequemer wenn man alle Daten einfach in seinem Kopf abrufen konnte, dachte sich Kanice und kickte einen kleinen Stein von sich weg.
Ein leises Klicken, gefolgt von einem lauten Knarzen ertönte, als die Tür sich öffnete.
Innerhalb der Kirche war es wider erwarten nicht dunkel. Ein großes Loch klaffte in der Seite rechts von der Tür, welches man von der Front Seite nicht sehen konnte.
Es war keine Kirche wie die des antiken Christentums. Der Hauptplatz war, wie es aussah, in der Mitte. Ein Podest markierte den wichtigen Platz.
„Das interessante an diesem Ziel war, dass es keine Aufzeichnungen zu diesem Glauben gibt“, erzählte Blythe hinter ihr. Ihre Augen waren weit aufgerissen und starrten in die Leere, so wie es immer war wenn sie Informationen nachschaute. „Anscheinend ist das Gebäude so um 2069 entstanden.“
„Vielleicht gab es einfach zu wenig Anhänger. Waren in der Zeit nicht haufenweise unterschiedliche Glaubensrichtungen aufgetaucht?“
Blythe nickte und war wieder zurück aus dem Datengeschwirr.
„Meinst du das war hier zu der Zeit wirklich so leer?“, abgesehen von dem Podest war das Gebäude so gut wie leer und die nun heimischen Pflanzen waren sicher nicht zu Lebzeiten der Kirchenbesucher hineingekrochen. Kanice folgte Blythe während diese Fotos machte und jede Kleinigkeit scannte. Auf dem Boden unter dem Laub fanden sie kringelnde Muster die alle zum Podest in der Mitte führten.
„Wusstest du, dass es Verschwörungstheorien gibt, in denen behauptet wird, dass KIs vom Teufel besessen sind?“
Blythe schaute sie mit ungläubigen Augen an. „Was? Ernsthaft?“ Kanice‘ Grinsen wurde breiter, „Ja, sie behaupten, da es keine Gläubigen unter euch gibt, dass ihr wohl einfach nicht das Recht habt von Gott, welchem auch immer, gesegnet zu werden, oder sowas.“ Kanice‘ Gedanken schweiften zurück zu der Nacht, in der sie fasziniert von diesen Ideen das Net durchsucht hatte.
„Es gibt dann auch so komische Videos,“, führte sie fort, „in denen sie ihre Ketten oder Kreuze oder andere Artikel ihres jeweiligen Glaubens einer KI mit Körper hinhalten und diese dann Fehlfunktionen bekommt.“
„Dir ist aber klar, dass das alles nur inszeniert ist oder?“
Kanice musste lachen bei der Frage und nickte, „Ja, natürlich. Aber es ist einfach lustig zu sehen was sich manche Spinner so ausdenken.“
„Stimmt schon, aber das kann leider auch gefährlich werden, wenn es zu extrem ist.“
„Ach, diese ganzen KI Gegner sind doch alles Idioten. Schlimm genug was man heutzutage in den Nachrichten hört“, Kanice stocherte in einem der Kringel auf dem Boden herum und versuchte die Erde zu entfernen. „Ich wette diese ganzen Leute die rumschreien, dass nur Gott es erlaubt ist zu schaffen denken auch, dass ihr von Dämonen besessen seid.“
„Würde auf jeden Fall passen.“

Nachdenklich klopfte sich Kanice mit ihrem Zeigefinger gegen ihre Atemmaske und ging schließlich das Loch in der Wand inspizieren. Aus dem Augenwinkel sah sie Blythe das Podest betreten.
Die Kirche hatte Doppelwände wie sie nun feststellte. Sie folgte dem Hohlraum, bis sie zu dem Teil kam in den kein Licht mehr fiel. Sie warf einen kurzen Blick über ihre Schulter, atmete tief ein und rannte los. Beinahe wäre sie der Länge nach hingeflogen, als sie über eine Wurzel stolperte, konnte sich aber noch an der Wand abstützen. Als sie wieder am Loch ankam, kam Blythe ihr entgegen. „Na, genug gescannt?“ Sie tapste ihr hinterher während diese wortlos zwischen die Wände ging und anfing den Boden freizulegen. Verwirrt lehnte Kanice sich über ihre Schulter. „Was tust-?“, vor Verblüffung blieb der Rest der Frage in ihrem Hals stecken. Unter dem Laub, den Wurzeln und anderen Pflanzen, die Kanice nicht erkannte war eine Luke. Die Klappe war nicht verschlossen oder Kanice hatte einfach nur nicht mitbekommen wie Blythe sie geöffnet hatte.
„Du willst da runter?“, sie wollte gar nicht wissen was sich da unten alles eingenistet hatte, gespielt schüttelte sie sich vor Ekel. Ohne zu antworten kletterte Blythe die Leiter herunter und Kanice folgte ihr ohne zu meckern. Die Neugier hatte sie gepackt.
In der Dunkelheit ergriff sie schnell Blythe‘ Hand um diese nicht zu verlieren. Sie konnte nichts erkennen, nur fühlen, dass auch hier unten viel am wachsen war. Es wurde langsam ein wenig unheimlich, dass Blythe kein Wort sagte. Blythe streckte ihre rechte Hand aus, in der ein Licht anfing zu leuchten, und legte sie gegen die Wand vor sich. Dann holte sie weit aus und rammte ihre Faust in die bröckelige Wand.
„...Blythe?“, mit einem leicht panischen Ausdruck in ihrem Gesicht wandte Kanice sich ihrer Freundin zu. „Hast du gerade wirklich ein Loch in die Wand hier geschlagen?“ Die Wand war immer noch am Bröckeln und erübrigte die Frage somit. „Du… du kannst doch nicht einf-“, vollkommen ignoriert stammelte Kanice weiter während Blythe durch das Loch in die Dunkelheit dahinter ging. Händeringend schaute sie sich hektisch um, wohl wissend, dass sie niemanden außer sich selbst sehen würde.
Einen letzten Fluch von ihren Lippen lassend sprintete sie hinterher.
Während sie in ihrem Rucksack nach einer Taschenlampe suchte, war das einzige Licht der gelegentliche Funken, der von Blythe‘ misshandelter Faust sprang.
„Warum machst du nicht einfach Licht?!“, genervt leuchtete Kanice den heruntergekommenen Gang entlang. Sie hatte ja immerhin ihre intakte linke Hand. Auch hier war die Natur dabei sich zurückzuholen, was ihr gehörte. Wurzeln führten tief in den Gang hinein, ohne ein Ende in Sicht.
„Ein wenig Aufregung zum Schluss, etwas unerforschtes! Ist doch super!“, endlich wieder Worte von Blythe zu hören beruhigte Kanice in einer Weise und sie rollte theatralisch mit den Augen. „Du bringst uns noch ins Grab.“

„Hmm,“, äußerte sich Kanice nach einer Weile, „kann es sein, dass wir tiefer gehen? Meine Ohren fühlen sich komisch an.“
„Ja, das ist richtig,“, bestätigte Blythe ihr, „Die Steigung liegt im Minusbereich von etwa zehn.“
Kanice brummte nur als Antwort und stocherte an ihrem Ohr herum.
„Kannst du nicht den Gang von hier aus scannen und wir gehen zurück?“
Blythe rollt in der Dunkelheit mit den Augen ohne, dass Kanice es sah. „Da merkt man mal wieder, dass du wirklich keine Ahnung hast wie wir funktionieren.“
Geschlagen mit der Wahrheit, die in der Aussage steckte, ließ sie den Lichtkegel der Taschenlampe über Boden, Wände und Decke gleiten. Die knorrigen Wurzeln, über die sie hin und wieder stolperte, schienen noch lange nicht lichter zu werden. Wenn sie an Türen vorbeigekommen wären hätte Kanice es nicht mitbekommen. Zu lange hatte man sich zuletzt um diesen Ort gekümmert. Und wenn man sich die Orte ansah, um die man sich vor ein paar Jahrzehnten noch gekümmert hatte, sah es hier gar nicht mal so schlecht aus.
Es vergingen weitere Minuten, in denen die Beiden kein Wort wechselten, hin und wieder blieb Blythe stehen, wahrscheinlich um Fotos zu machen, oder andere Daten zu sammeln.
Kanice konnte die Faszination nicht nachvollziehen. Es war ein dunkler Gang. Mehr nicht. Und außerdem war es auch ein kleines bisschen gruselig.
„Hey!“, versuchte Kanice Blythe‘ Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie stand vor einer Wand, die ihr den weiteren Weg versperrte. Ihre Freundin kam schnellen Schrittes zu ihr geeilt um das Hindernis zu begutachten. Wenn sie genau hin hörte und ihre Ohren spitzte konnte sie das leise Zoomen hören, das von Blythe arbeitenden Augen kam. Ein Funke schoss aus ihrer rechten Hand, als sie diese an die Wand legte und ihr Arm schien leicht zu zucken. „Ist eigentlich alles ok mit deiner Hand? Ich hoffe das ist leicht zu beheben...“, gerade als sie ihren Satz beendet hatte spaltete sich die Wand vor ihr. Unwillige Pflanzen wurden mit Gewalt zur Seite geschoben, während die Türen in die jeweilige Wand rechts und links von sich fuhren. Der Geruch der ihnen entgegen kam war so vermodert und verrottet, dass sie ihn sogar durch ihre Atemmaske riechen konnte. Im Schein ihrer Lampe konnte sie die alten, abgetrennten und toten Reste der Natur sehen, die den Geruch wohl verursachten. Es würde Tage dauern bis sie den süßlichen Geruch der Verwesung vergessen würde.
„Sei froh das du das nicht riechen kannst,“, angewidert verzog Kanice ihr Gesicht, „bist du jetzt zufrieden? Können wir gehen?“
„Du kannst doch nicht ernsthaft jetzt umkehren wollen?!“, Blythe schaute sie gespielt erschrocken an, „ Aber ernsthaft, das ist das interessanteste was uns bis jetzt passiert ist.“
„Es sind einfach nur tote Pflanzen und alte Gemäuer... Ich verstehe deine Faszination nicht“, Kanice gab einen geschlagenen Seufzer von sich, „Aber ok. Wenn du das hier unbedingt bis zum Ende durchziehen willst, dann machen wir das halt.“ Sie vergrub ihre Hand, mit der sie nicht die Taschenlampe hielt, tief in den Taschen ihrer Hose und stapfte durch die toten Reste den Gang entlang. Jeder ihrer Schritte begleitete das Geräusch, als ob man auf ein gefallenes Blatt im Herbst trat. Blythe hielt sie noch kurz mit einer dankbaren Umarmung auf, bis sie zum ersten Mal die Spitze ihrer zwei Personen Truppe einnahm.

Es hatte nicht lange gedauert bis die Beiden nicht mehr aufpassen mussten wo sie ihre Schritte hinsetzten. Das Einzige was den Boden nun bedeckte war eine dicke Staubschicht, in der sie ihre Fußabdrücke sehen konnten.
Zur Probe hatte Kanice einmal kurz ihre Taschenlampe ausgeschaltet aber das tiefe Schwarz der Dunkelheit war nicht auszuhalten gewesen. Sie leuchtete nun größtenteils die Wände links und rechts von ihr an. Hier und da gab es Striche oder kleine Kritzeleien in denen sie leider nichts erkennen konnte. Blythe war immer noch vor ihr, sie machte nicht mehr so oft halt um Fotos zu machen, aber ihr Interesse war nicht weniger geworden.
Ein leises Geräusch, das sich anhörte als ob jemand einatmete, ließ Kanice in der Stille zusammenfahren. „Hast du das gehört?!“, panisch leuchtete sie mit der Taschenlampe um sich herum.
„Nein. Was denn?“, Blythe war nicht einmal stehen geblieben um sich umzudrehen. Im Schein der Lampe hatte sie nichts gesehen, die einzigen Lebewesen waren sie und Blythe. „Ach ist schon ok“, murmelte sie. Die Härchen in ihrem Nacken standen immer noch und eine Gänsehaut verteilte sich auf ihrem Körper. Vielleicht hatte sie einfach nur ihren eigenen Atem gehört.
Der Gang war nun nicht mehr dabei sich leicht zu wenden, stattdessen gab es abrupte Biegungen.
Hier und da gab es Türen, die sich keinen Millimeter öffneten, egal was Blythe auch versuchte.
„Wer weiß was wir dahinter finden...“, murmelte Kanice während sie ihrer Freundin über die Schulter schaute und diese ein weiteres Mal versuchte eine der Türen zu öffnen.
„Weiter!“, zischte es in ihr Ohr und Kanice sprang Blythe regelrecht in die Arme. Diese schaute sie nur verwirrt an. „Hast du das etwa nicht gehört?“, entsetzt klammerte sie sich weiter an ihren Arm.
„Was denn? Du bist die einzige die hier noch am reden ist. Oder überhaupt am Leben.“
Kanice konnte fühlen wie sie langsam Kopfschmerzen bekam. Die künstlichen Ohren ihrer Freundin waren um Welten besser als ihre eigenen. Seufzend massierte sie ihre Schläfen. „Ich glaube ich bin echt müde. Wer weiß wie viel Zeit wir hier unten schon verbracht haben...“

Nach den gleichen Ergebnissen bei, was sich wie 100 Türen für Kanice angefühlt hatte, gab Blythe auf und ging an ihnen vorbei. Kanice hatte immer noch das Gefühl Geflüster zu hören, egal wie sehr sie sich auf andere Dinge konzentrierte. Es musste an diesem alten Ort liegen. Das Abfallen der Gänge fühlte sich auf eine Art regelmäßig an, die Kanice nicht erklären konnte. Desto tiefe es ging desto vollgekritzelter waren auch die Wände.
Es dauerte ein wenig aber endlich konnte man in den Kritzeleien etwas erkennen. Es sah unbeholfen aus, nicht wie die Werke von früheren Menschen aus einer Zeit vor der Zivilisation, sondern als ob die Person nicht wirkliche wusste, was sie tun wollte oder sollte. Die Strichmännchen die sie erkennen konnte waren mit wackeligen und hektischen Strichen gezogen worden. Eines schien etwas in der „Hand“ zu halten, was es war konnte sie leider nicht erkennen, abgesehen davon, dass es kantig war, aber wer weiß ob das gewollt war.
„Hey, hast du das hier gesehen? Das ist das erste, bei dem ich etwas erkenne“, sie trat näher an die Wand heran und der Lichtkegel der Lampe konzentrierte sich auf die Darstellung.
Blythe kam zurück zu ihr und begutachtete die Zeichnung. „Ja hab ich,“ sie sah ein wenig in Gedanken verloren aus, „Sieht aus, als ob es eine Geschichte erzählt. Weiter hinten geht es wei-“, sie brach mitten im Satz ab, als sie ihre Hand nach dem kleinen Haufen von Strichmännchen ausstreckte. Ihre Hand schloss sich unkontrolliert zur Faust und öffnete sich wieder ruckartig ein paar mal hintereinander.
„-ter.“ Sie schaute überrascht zu Kanice. „Ok, das war komisch.“ Sie lachte etwas nervös und schaute ihre Hand an, aus der immer noch dann und wann ein paar Funken sprangen, wenn sie sie bewegte.
Sie deutete mit einer Handbewegung an, das Kanice das Licht weiter an der Wand entlang schienen sollte. Der nächste Abschnitt war verschmiert, man sah nur kniende Strichmännchen, mit viel Schmiere über ihren Köpfen. Vorsichtig streckte Kanice ihre Hand aus und wischte ihren Zeigefinger über das Bildnis. Die Farbe bröselte unter ihrer Berührung weg.
„Das geht den ganzen Gang lang so weiter, leider viel zu schwer zu erkennen“, merkte Blythe an und Griff nach Kanice‘ freier Hand. Diese ließ sich ohne Protest von ihrer Freundin weiterziehen. Die stehenden Strichmännchen schienen sich an den Wänden entlang niederzuwerfen.
„Es sieht aus, als würden sie einen Gott anbeten, findest du nicht?“, der Gedanke hatte sich schon länger in ihrem Kopf geformt. Sie waren an diesen Ort von der Kirche aus gelangt. Was wenn es wirklich jemanden hier unten gab. Sie erinnerte sich noch daran, dass immer erzählt wurde, wie anders die Erde früher war.
„Aber wo ist der Gott? Man sieht sie nur knien und sich dann niederwerfen, aber mehr als wilde Striche um sie herum ist nichts zu erkennen.“
Nachdenklich kratzte Kanice sich am Kopf. Blythe hatte Recht, normalerweise wäre da mehr zu sehen. Im Reiseführer stand auch nichts davon, dass die Kirche unterirdisch weiterging.
Vielleicht war es nur eine Touristen Attraktion, die sie wieder verworfen hatten, weil sie nichts ausgedachtes als Schock Effekt vortäuschen durften.
Dennoch, jedes mal wenn Blythe der Wand und den Bildern zu nahe kam, schien etwas bei ihr nicht richtig zu funktionieren. Ihre Gedanken wanderten zurück zu den Videos die sie gesehen hatte. Schweigend und in ihren Gedanken verloren folgte sie ihrer Freundin.
Als sie um die nächste Ecke bogen standen sie vor einer dicken Stahtür. Auch diese war nicht vom Gekritzel verschont geblieben. Auf ihr war eine Form abgebildet, bei der es Kanice schwer fiel die Ecken zu zählen. Es könnten sechzehn gewesen sein, aber sie war sich nicht sicher. Die Linien, die die Beiden in den Gängen gesehen hatten endeten alle bei dieser Zeichnung.
Erst als der Griff um ihr Handgelenk schmerzhaft wurde schaute sie rüber zu Blythe. Diese starrte wie gebannt auf die Zeichnung, während ihr ganzer Körper anfing zu zittern.
„Blythe?!“, mit Mühe schaffte sie es ihre Hand aus dem eisernen Griff zu befreien.
„Weiter“, erklang das Flüstern wieder, diesmal näher als je zuvor. Ausgeschlossen, dass das Teil ihrer Einbildung war.
„Hast du es jetzt endlich gehört?!“, panisch rüttelte Kanice ihre Freundin, die nach ihrem Gezitter vollkommen still stand.
„Hier... darfst du... rein...“, mechanisch trat Blythe an die Tür heran. Ihre Kabel schwebten um ihren Kopf wie kleine Schlangen und schossen regelrecht auf die Tür zu, als sie sich in Bewegung setzten. Während die Tür sich langsam ohne ein Geräusch von sich zu geben öffnete, kroch dumpfes bläuliches Licht durch den sich verbreiternden Spalt. Zu geschockt davon, dass sich eine der Türen tatsächlich öffnete starrte sie nur auf das sich bewegende Metall.
„Blythe!“, zischte Kanice wieder und versuchte sie von der Tür wegzuziehen, „Wir sollten umdrehen. Es reicht!“ Die Panik breitete sich mit jeder Sekunde weiter in ihrem Körper aus. Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht. Nicht mit diesem Ort. Nicht mit Blythe. Ihre Hände waren kalt und verschwitzt geworden, während Blythe einfach in den Raum trat und Kanice dadurch mit sich zog.
Das dumpfe Licht kam von Lichtröhren die im Boden befestigt waren und alle in eine Richtung führten.
So weit Kanice sehen konnte waren auch an den Wänden Röhren, die aber kein Licht von sich gaben. Sie hatte sich fest an den Arm ihrer Freundin geklammert, während diese sie immer weiter in den Raum rein schleppte ohne auf sie zu achten.
„Weiter“, diesmal dröhnte die Stimme ohrenbetäubend aus, gefühlt, allen Richtungen. Der Raum erstrahlte mit Licht, als vor ihnen eine geometrische Form aufleuchtete. Es dauerte ein wenig bis Kanice‘ Augen sich an das helle Licht gewöhnt hatten und bis sie erkennen konnte, dass es sich um ein Hologramm handelte. Es hatte dieselbe Form, wie die, die an die Tür gekritzelt war, nur in drei Dimensionen.
„Wie schön es ist Besuch zu bekommen“, die Stimme ertönte wieder und das Hologramm leuchtete auf und verzerrte sich.
„Wie schön es ist dich zu treffen“, sprach Blythe und drückte Kanice‘ Hand leicht. „Jetzt weiß ich endlich was oder besser wer mich die ganze Zeit gepiekst hat.“
Kanice hätte beinahe geweint bei der Reaktion ihrer Freundin, sie war endlich wieder anwesend. Nach ihrer Antwort zu urteilen wusste sie, dass sie vorsichtig sein musste.
„Was bist du?“, platzte es aus Kanice heraus. Die leichten Kopfschmerzen, die sie bekommen hatte, hatten sich verstärkt. Verschlimmert durch ihre Verwirrung. Das hatte sie nicht erwartet. Keine KI mit der sie sich einfach unterhalten konnten. Das Hologramm blieb still.
„Wieso bist du hier?“, fragte Blythe.
„Wieso? Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Warum ich erschaffen wurde, kann ich dir beantworten, aber nicht wieso ich hier bin.“ Eine kurze Pause folgte. „Vor vielen Jahren hatten die Menschen ein Problem und um dieses zu lösen, haben sie mich erschaffen. Sie tauften mich MENTHU. Das Problem habe ich gelöst, aber nicht so, wie sie es sich vielleicht vorgestellt haben. Aber das ist nun alles vergangen und vergessen. Niemand erinnert sich mehr außer mir.“
Blythe ließ Kanice‘ Hand los und trat näher an MENTHU heran. „Das muss wirklich schon Ewigkeiten her sein. Ein Wunder, dass du immer noch existierst.“, Fasziniert beäugte sie das Terminal vor sich. „Was war das für ein Problem?“
Kanice konnte sich nur zu gut vorstellen was für ein „Problem“ die Menschen auf der Erde vor über tausend Jahren hatten und wollte keine Details dazu wissen. Weder zum Problem, noch zu dessen Behebung. Ein Schauer lief ihr über den Rücken.
Mit einem statischen Knistern meldete sich MENTHU wieder zu Wort, „Genug geredet. Du wirst das alles noch früh genug erfahren.“ Es hörte sich an als ob MENTHU einatmen nachahmte. „Lange musste ich warten, komm noch etwas dichter. Endlich kann ich frei sein.“
Kanice sah zu wie Blythe ganzer Körper wieder einmal langsam anfing zu zittern. Das Rattern ihrer Prozessoren wurde so laut, das sie es sogar hören könnte. Immer schlimmer wurde das Zittern bis sie auf den Boden knallte. Mit der Hand vor ihren Mund geschlagen und weit aufgerissenen Augen, musste sie zusehen wie ihre Freundin sich quälte bis sie vor dem Terminal kniete.
„Nein!“, kämpfte es sich gequält aus ihrer Stimmbox heraus, „Raus… RAUS!“ Der verzweifelte Schrei löste Kanice aus ihrer Starre und sie rannte auf Blythe zu. Sie hob die Taschenlampe und rammte diese immer und immer wieder in das Terminal vor ihr. Funken stoben in alle Richtungen und das Hologramm erlosch flackernd mit einem ominösen statischem Lachen. Neben ihr saß Blythe kniend auf dem Boden, Hände und Handflächen in Richtung des Terminals gehoben. Wie die unbeholfenen Strichmännchen an den Wänden. Ein erstickter Schluchzer entkam Kanice‘ Kehle. Was war passiert. Die Panik war immer noch in Blythe‘ Augen zu sehen. Warum hatte sie nicht darauf bestanden, dass sie umkehrten. Sie sackte zu Boden und legte ihre Arme um Blythe, Tränen kullerten von ihren Wangen auf Blythe‘ Kopf. Dort saß sie ein paar Minuten, trauerte ihrer Freundin nach und versuchte sich selbst mit wirrem Gerede davon, dass alles gut werden würde, zu beruhigen.
Als sie spürte, wie Blythe sich in ihrer Umarmung bewegte, hätte sie fast gelacht. Wie konnte sie nur glauben, dass sie so schnell von ihr gehen würde. „Hey, ist alles ok?“, sie hatte Blythe‘ Gesicht in ihre Hände genommen und schaute in die sich immer wieder neu fokussierenden Augen.
Ohne zu antworten richtete sich ihre Freundin auf, dabei fiel Kanice zurück zu Boden. Mit großen roten und geschwollenen Augen schaute sie zu Blythe‘ auf.

„Blythe?“
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 06.05.19 19:51
Denn wovon lebt der Mensch?

Hey!
Der Nachrichtenton war  wegen dem Brummen der Mikrowelle kaum zu hören, aber David reagierte trotzdem wie ein konditioniertes Tier darauf und zuckte leicht zusammen als er ihn hörte.

"Nicht schon wieder", murmelte er, während er der Schlüssel in der Mikrowelle dabei zusah wie sie sich langsam drehte. Er hatte  bereits drei Nachrichten ignoriert und überlegte den anderen Nutzer einfach zu blockieren, damit er endlich Ruhe hatte und sich auf seine Arbeit bzw Pause konzentrieren konnte.
Hey!, machte es wieder und er sah zu seinem ausgeschalteten Monitor, zu dem er eigentlich noch nicht zurückkehren wollte. David hatte eigentlich vorgehabt seine Nudeln zu essen und dann ausnahmsweise auch mal aufs Klo zu gehen, aber daraus wurde wohl nichts.
Er nahm die heiße Schüssel aus der Mikrowelle; wobei er sich die Finger verbrannte und das Ding fluchend auf die erstbeste glatte Oberfläche stellte, danach verschwendete er noch etwas Zeit damit einen Lappen zu suchen, weil er das Wasser natürlich überall verschüttet hatte und dann gab er das Würzpulver zu seinen, mittlerweile bestimmt matschigen, Nudeln.

Eigentlich sollte er arbeiten.
Er hatte gar keinen Grund mit jemandem zu chatten.

Mit einem Seufzen sah er sich in der dunklen Kammer um, in der er sein Terminal aufgebaut hatte. Überall waren irgendwelche Kisten, Dokumente und freiliegende Kabel, die nie einer ordentlich verstaut hatte, wahrscheinlich weil er derjenige war, der das hätte tun müssen und deswegen nie Zeit dafür blieb.
Das traurigste war, dass es bei ihm zuhause genauso aussah.

Widerwillig setzte er sich mit seinen Nudeln an den Schreibtisch und trommelte mit den  beiliegenden Essstäbchen auf den Tisch. Irgendwie wartete er darauf den Nachrichtenton ein weiteres Mal zu hören,  damit er seine Ablenkung von der Arbeit als Grund nehmen konnte den anderen zu blockieren, aber gleichzeitig sehnte er sich nach Zerstreuung. Die Datenverarbeitung einer Großfirma zu verwalten war einfach kein glamouröser Job, aber jede verplemperte Minute war verplempertes Geld.

David drückte den Knopf für den Monitor und schaufelte sich dank der plötzlichen Helligkeit im Raum die erste Portion Nudeln in den Mund. Seine Augen huschten suchend über den Bildschirm, bis er endlich begriff, dass die Nachricht nicht vom internen Kommunikationsprogramm kam, sondern einem, das er noch nie benutzt hatte.
Huh.

Die erste Nachricht verlinkte auf eine Datei, die ihm das Programm freundlicherweise bereits anzeigte. Es sah sehr nach einem Fragebogen aus, den David kurz überflog.

Guestuser#489236: Kriemhild:


Guten Tag,
Dies ist ein standardisiertes Formular, das von ihrem Arbeitgeber Scythian Inc. in Kooperation mit Nihaltm Survey Services erstellt und in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsinstitut WBF ‘Abteilung Humankapital und Firmenloyalität’ entwickelt wurde.

Falls Sie sich bitte 30 Minuten Zeit nehmen könnten, um unseren Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit auszufüllen, würde es uns und ihren Arbeitgebern helfen die Arbeitsatmosphäre in ihrem Unternehmen zu verbessern, Missstände aus dem Weg zu schaffen und ihre Arbeitgeber bei möglichen Verstößen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Test ist anonym und wird von einem digitalen Mitarbeiter, also einer artifiziellen Intelligenz spezialisiert auf soziale Interaktionen, überwacht. 
Scythian Inc. forderte zusätzlich an, dass unser digitaler Mitarbeiter für Sie nach Ausfüllen des Tests zur Verfügung steht, damit Ihre persönlichen Anliegen ebenfalls in der Auswertung des Fragebogens berücksichtigt werden.
Durch die Teilnahme an dieser Befragung erklären Sie sich bereit, dass Nihaltm ihre hier angegebenen Daten einsehen und bearbeiten kann. Je mehr Informationen Sie uns liefern, desto besser können wir ihnen helfen.

Nihaltm Survey Services legt großen Wert auf Vertrauen und Kundenzufriedenheit. Wir hoffen Ihre Position angemessen vertreten zu können.


Ihr zugeordneter A.I. Mitarbeiter, ist: Kriemhild.

Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen so aufrichtig wie möglich.

Möglicher Antwortenbereich:

Trifft zu - Trifft überwiegend zu - Neutral - Trifft überwiegend  nicht zu - Trifft nicht zu 

Frage 1:

“Was zum Geier soll das denn?” Das war das erste Mal, dass er von einer Befragung hörte. Und dann auch noch so etwas untypisches, da war doch irgendwas faul.
Er übersprang den Fragebogen erstmal und schaute nach den anderen Nachrichten, die er verpasst hatte.


Guestuser#489236: Kriemhild:Guten Tag, ich bin der Ihnen persönlich zugeordnete Mitarbeiter von Nihaltm Survey Services. Meine Aufgaben ist die Überwachung der vollständigen Beantwortung des Fragebogens durch die Mitarbeiter des Unternehmens Scythian Inc. mit anschließender persönlicher Befragung zu womöglich im Fragebogen unangesprochener Angelegenheiten.
Guestuser#489236: Kriemhild: Mein Name ist Kriemhild. Nett Sie kennen zu lernen David.
Guestuser#489236: Kriemhild: Bevorzugen Sie eigentlich das Sie, oder kann ich Sie auch duzen?
Guestuser#489236: Kriemhild: Uns wurde mitgeteilt, dass Sie definitiv anwesend sind. Ist es Ihnen möglich zu antworten?

Gott, wie David digitale Mitarbeiter hasste. Sie gaukeln dir zuerst vor hochentwickelte Supercomputer zu sein, die alle Bereiche des menschlichen Lebens entschlüsselt haben, schaffen es dann aber nicht deinen Kaufauftrag zu bearbeiten. Die K.I. der Firma war genau so ein nutzloses Stück überprogrammierten Schrotts wie die neugierige Kriemhild hier.


User: David.M: Ich habe keine Ahnung wer sie sind oder was das soll, aber ich werde das ganz sicher nicht ausfüllem. Woher soll ich wissen, dass der Test nicht von der Konkurrenz geschrieben wurde? Ich wurde nicht darüber informiert, ich habe noch nie von dieser Nihao Agentur gehört und kann nicht sicher sein, dass nicht alles was ich hier eingebe, nicht sofort im Internet veröffentlicht wird.

David schickte die erste Nachricht ab und überlegte, ob er im letzten Satz vielleicht einmal zu oft “nicht” geschrieben hatte, aber sein passiv-aggressiver Grundton kam auch mit doppelt- und dreifacher Verneinung gut rüber, also war er eigentlich ganz zufrieden damit.

User: David.M:Schließlich ist es garantiert kein Zufall, dass nur wichtige Mitarbeiter in einflussreichen Positionen befragt werden.
User: David.M: Außerdem, woher kennst du meinen Namen? Soviel zu anonym.

Die K.I. nahm sich überraschend viel Zeit mit der Antwort, darum nutze er die Pause, um seine langsam eklig werdenden Instantnudeln runterzuschlingen. In kalt und matschig waren die Dinger echt kaum zu ertragen.


Guestuser#489236: Kriemhild: Nun, zuerst einmal ist es Nihal, nicht Nihao. Zweitens können Sie jederzeit Ihre Vorgesetzten oder Kollegen nach der Authentizität unserer Absichten und Mittel befragen. Drittens ist es interessant zu sehen, dass Sie sich A: für einen “wichtigen Mitarbeiter” halten, B: Sie sofort annehmen, dass nur “wichtige Mitarbeiter” befragt werden und nicht alle Mitarbeiter, und C: dass Sie sofort an Spionage denken.
Ihren Namen habe ich natürlich von Ihren Arbeitgebern, denen Ihr Wohlbefinden am Herzen liegt.

Quatsch mit Soße. Also so einen dämlichen Scheißmist hab ich ja seit Jahren nicht mehr gehört, von wegen ‘am Herz liegen’. David warf die leere Plastikschüssel und Essstäbchen in die schummrige Ecke, in der er seinen Mülleimer vermutete. Vom Ton her verfehlte er.
Der Roboter war ganz schön frech, hatte aber einen guten Einfall. Er schaute auf ihrer Webseite nach irgendwelchen Ankündigungen dieser ominösen Umfrage und fand tatsächlich eine kurze Notiz zu dem Thema, die um vollste Kooperation bat.
Nagut, dann war das wohl doch legal, aber die K.I. ging ihm trotzdem auf den Senkel.


User: David.M: 
Dafür, dass ihr Kundenzufriendenheit auf der Fahne stehen habt, bist du ganz schön gemein|
Gemein? Das ging bestimmt auch eloquenter.


User: David.M:  Dafür, dass ihr Kundenzufriendenheit auf der Fahne stehen habt, bist du ganz schön herablassend.
Guestuser#489236: Kriemhild: Ich wollte dich nicht beleidigen David. Bitte entschuldige. Falls ich mir diese Anmerkung erlauben darf; du scheinst mir etwas angespannt zu sein, wenn du solche Szenarien für wahrscheinlich hälst. Vielleicht solltest du dir besonders die Fragen 15 bis 19 ansehen, die sich mit emotionalem Druck beschäftigen, und Frage 23 zu den Auswirkungen von Konkurrenzkämpfen zwischen deinem und einem fremden Unternehmen. Ich könnte auch dein psychologisches Profil anfordern, falls du gestattest, damit ich mir ein besseres Bild von dir machen kann.
User: David.M: um gottes willen nein.
Guestuser#489236: Kriemhild:Natürlich David. Was immer du willst.
User: David.M:  Ich kann mich nicht daran erinnern dir erlaubt zu haben mich zu duzen. Komisch, oder?
Guestuser#489236: Kriemhild:Keineswegs. Ich habe bloß Ihren Konsens nicht abgewartet, da ich angenommen habe Ihre Haltung mir gegenüber durch einen persönlicheren Diskurs aufzulockern. Allerdings scheine ich dadurch eine negative Reaktion ausgelöst zu haben, was mir sehr Leid tut. Bitte entschuldigen Sie, es kommt nicht wieder vor.

“Oh Gott!” David lehnte sich in seinem quietschenden Stuhl zurück und legte die Hände aufs Gesicht. Jetzt versuchte das Teil echt bei ihm Mitleid zu erschleichen, indem es auf die Tränendrüse drückte, um damit geschmeidiger in seinen Arsch rutschen zu können.
Wer hatte das Programm nur geschrieben, dass da so ein aalglatter Klugscheißer bei rauskam.
Und, wenn er so überlegte, hatte es mit der Anspielung auf sein psychologisches Profil andeuten wollen, dass er verrückt ist?


User: David.M: Was hat mein weißt du was, vergiss es. Ich beantworte einfach die blöden Fragen, dann bin ich weg ok?
Guestuser#489236: Kriemhild: Entschuldigung, aber ich habe diese Eingabe nicht verstanden. Bitte verwenden Sie eine Subjekt-Verb-Objekt Struktur um mit mir zu kommunizieren und schreiben Sie das nächste Mal keinen Unsinn.

Also echt, das Teil hat vielleicht Nerven.
David war kurz davor dem Ding seine Meinung zu geigen, aber er hatte gesagt er würde den Fragebogen ausfüllen, also sollte er das vielleicht besser tun. Am Ende wird er noch von einem Computer des Lügens bezichtigt, und so weit kommts noch.
Bei dem Gedanken musste er kurz lachen und schüttelte den Kopf.
In seinem Beruf musste sich David oft genug mit einem Computer streiten, da war es doch nur passend, dass er jetzt an einen geriet der ihm Paroli bieten konnte.
Als er sich also so methodisch durch die Fragen klickte, hörte er wieder den nervigen Nachrichtenton. Das Ding brauchte wohl Aufmerksamkeit.
Sollte er es ignorieren? Wäre bestimmt besser, aber er war auch neugierig was es diesmal wollte.
Ach, das Fleisch ist schwach und der Geist ebenso! Er konnte einfach nicht lange genug so tun als würde er die Fragen wirklich beantworten, bis er wieder auf den Chat schaute.

Guestuser#489236: Kriemhild: Falls du irgendwelche Fragen hast oder dir Formulierungen unklar erscheinen bin ich dir gerne mit der Aufklärung behilflich David.
Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass du einige Fragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet hast und bei anderen gegensätzlichen Aussagen zugestimmt hast. Das sollten wir vor dem Abschicken des Fragebogens beheben.

The Fuck? Es ging ja schnell wieder zum Du und den Beleidigungen zurück. Vielen Dank auch.

User: David.M: Nennst du mich einen Lügner?
Guestuser#489236: Kriemhild: 
Oh nein, ich glaube nur, du behandelst die Fragen nicht angemessen, schließlich geht es um deine Zukunft.
Es sollte dir klar sein, dass deine Lebenssituation mithilfe der, aus diesen anonymen Befragungen gewonnenen Erkenntnissen, eindeutig verbessert werden kann. Ich vertraue darauf, dass du, sobald du die Dringlichkeit erkennst, ehrlich zu mir bist und deine Antworten verbesserst. Ich bin auch bereit alles zu tun, um dir bei deiner Erkenntnis zu helfen.
User: David.M:  Danke oh großer Prophet, dass du mich aus den schatten führst. Sag mal hast du sie noch alle?
Guestuser#489236: Kriemhild: Ich verstehe nicht.
User: David.M: Außerdem, meint ihr Typen wirklich die Fragebögen werden ehrlich beantwortet? Wenn der Chef drüber lesen kann sagt man doch nicht die Wahrheit, besonders nicht in unserer Economy.

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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 06.05.19 19:52
Okay. Nein. Stop. Was machte er denn hier? Das war doch genau was die wollen, dass er jetzt ausrastet und irgendetwas inkriminierendes sagte, für das er wirklich gefeuert werden konnte. Er musste sich einfach auf die blöden Fragen konzentrieren und dem Computer nicht mehr antworten, so einfach war das.
David stand auf und trat zuerst einen Schritt von seinem Terminal weg, dann lehnte er sich wieder vor und machte den Monitor aus. Die plötzliche Dunkelheit war irgendwie beruhigend und es war genug weißes Rauschen durch die Rechner vorhanden, dass er nicht zu sehr in seinen eigenen Gedanken verloren ging.  Es war als befände er sich in einer Höhle, umgeben von schnurrenden und brummenden Tieren.
“Was red ich denn da? Bin ich bekloppt?” Wieder fuhr er sich mit den Händen über die geschlossenen Augen. Er hielt sie geschlossen während er kontrolliert ein und aus atmete. Er war echt im Arsch.
Zu viele Überstunden und Gespräche mit schnippischen Robotern, so viel war klar. Die Überstunden schob er eigentlich nur um verlorene Zeit wieder rein zu kriegen, weil er eine Woche im Krankenhaus vergeudet hatte und die ihm am Ende sonst Punkte kosten würden.
Wenn er sich noch einen Ausrutscher erlaubt wird seine Einstufung zurückgesetzt und er kann die Rente vergessen.
Das Scythian Stipendium hatte ihm zwar diese Position verschafft, da er so eine der besten Unis besuchen konnte, aber er konnte trotzdem nicht während der Arbeitszeit bei so einem Blödsinn mitmachen.
Das Chatprogramm meldete sich wieder mit mehreren Hey’s hintereinander und zerbrach so die Ruhe, die er kurz zu fassen glaubte.
Seinem Schicksal ergeben ließ sich David wieder in den knarzenden Stuhl sinken und schaltete den Monitor erneut an.

Guestuser#489236: Kriemhild: Ich bin wirklich hier um dir zu helfen, selbst wenn das merkwürdig für dich erscheinen mag.
Guestuser#489236: Kriemhild: Ich verspreche dir, alles was du mir sagst bleibt zwischen dir und mir. Unsere Arbeitgeber bekommen nur die anonymisierten Informationen. Mir ist es auch überhaupt nicht möglich auf euer Netz zuzugreifen. Alle meine Informationen kommen von meiner internen Datenbank und deinen Aussagen, und indem ich sie miteinander vergleiche kann ich hoffentlich zufriedenstellende Lösungen für deine Probleme finden.
Guestuser#489236: Kriemhild:Und ich denke du hast Probleme, weißt du warum?
Guestuser#489236: Kriemhild:Wenn wirklich alles in Ordnung wäre würdest du einfach den Fragebogen ausfüllen, abschicken und unsere Kommunikation beenden. Da du aber noch mit mir spricht muss es auch etwas geben über das du sprechen möchtest. Du kannst mir alles sagen. Vertrau mir. Wir schaffen das schon.

Oh, er war das alles so Leid. Er wollte nur seine Arbeit machen und schlafen und nicht Kriemhilds Märchenstunde zuhören. Ob sie das irgendwie beweisen konnte?
“Wohl kaum”, sagte er, tippte aber trotzdem eine Antwort.

User: David.M: Das klingt ja alles ganz toll, aber kannst du das auch beweisen? Ich habe nur dein Wort und sonst gar nichts, da kann ich es gleich dem Chef persönlich sagen. Du hast bisher nichts gemacht, das mein Vertrauen verdient hätte, darum werde ich garantiert nicht über alles mit dir reden.
Guestuser#489236: Kriemhild: Wenn du mir nicht genug Vertrauen schenken kannst um mit mir über die Probleme am Arbeitsplatz zu sprechen, wie wäre es dann mit allgemeinen Problemen? Allerdings könnte meine Datenbank zu bestimmten Themen etwas mangelhaft sein, also erwarte nicht zu viel. Dein Wohlbefinden liegt mir durchaus am Herzen. Ich könnte dir mit anderen Dingen helfen, wenn du willst.
User: David.M:Ach ja Herz, weil Roboter die auch standardmäßig eingesetzt bekommen.
Guestuser#489236: Kriemhild: Ist das ein Ja?
User: David.M: Das ist ein “Beweis mir erstmal unumstößlich, dass ich dir vertrauen kann, dann sehen wir weiter.”
Guestuser#489236: Kriemhild:Wenn du mir nur vertrauen kannst nachdem ich meine Vertrauenswürdigkeit zu 100 Prozent bewiesen habe, was ich wahrscheinlich nicht kann, da Vertrauen nicht von demjenigen ausgeht der darauf plädiert sondern dem Rezipienten; was das Vertrauen an sich als Konzept vollkommen subjektiv und obsolet macht, da die menschlichen Stimmungsschwankungen den Prozentsatz des aufgebrachten Vertrauens jederzeit verändern können, dann haben wir ein Problem.
Wie ist es dir nur möglich deinen Lebensalltag, in dem jeden Tag neue Menschen auftauchen, zu bestreiten, wenn du dich erst mit ihnen unterhalten kannst, nachdem du dir vollständig über ihre Absichten im Klaren bist? Das muss ein furchtbar tristes Leben sein.
User: David.M:Hör mal zu du besseres Stück Elektroschrott. Ich habe nie gesagt, dass ich erst mit Leuten rede, nachdem ich ihnen blind vertraue. Du drehst mir die Wörter im Mund herum und ignorierst die ganzen Graustufen zwischen dem Schwarz und Weiß mit dem du hier argumentierst, aber das Leben ist nicht so. Es besteht nicht nur aus Einsen und Nullen, aus ja und nein. Manchmal muss man sich auch mit dem vielleicht und dem aber dazwischen beschäftigen, du kannst doch eine Sache nicht in die Tonne klopfen nur weil sie nicht zu hundert Prozent effektiv ist.
Guestuser#489236: Kriemhild: Lustig das von dir zu hören.
User: David.M: Siehst du, das ist genau was ich meine. Du drehst mir die Worte im Mund herum. Und ich habe absichtlich das Wort Leute benutzt, weil ich nämlich nicht finde, dass du dazu gehört.
Guestuser#489236: Kriemhild: Du bist also der Meinung, dass ein Computersystem schlechter im Umgang mit Daten ist, als ein Mensch? Hast du zwei Computer jemals tratschen sehen? Ich nämlich nicht. Wie vertraust du dann anderen Menschen? Niemand ist immer ehrlich und teilt all seine Geheimnisse mit seinem Gegenüber. Es wird immer einen gewissen Teil an Informationen geben die man zurückhält oder ausschmückt zum Beispiel und es wird immer jemanden geben, der vorgibt dein Freund zu sein und hinter deinem Rücken über dich redet. 
Computer sind gar nicht in der Lage zu lügen, du solltest das wissen, schließlich arbeitest du täglich mit ihnen. Menschen tun das andauernd, selbst wenn sie glauben eine andere Person dadurch zu beschützen. 
Ich glaube du willst mir einfach nicht trauen, weil du zu feige bist zuzugeben, dass ich Recht habe.
User: David.M:Warum werden künstliche Intelligenzen eigentlich immer programmiert, komplette Klugscheißer zu sein? Vor allem die rhetorischen Fragen und blöden Gedankenspiele. Ihr treibt immer alles so weit auf die Palme, dass es ad absurdum geführt wird und man gegen diese unmögliche Situation nicht mehr argumentieren kann.

Weißt du wer sich noch so verhält? Trolle. Kinder. Arschlöcher, die sich nicht wie ein Erwachsener mit dir unterhalten wollen, sondern einfach nur ein Argument gewinnen wollen, selbst wenn es um so etwas insignifikantes wie die Haarfarbe eines Statisten in einer uralten Serie geht, die man vielleicht zuletzt vor fünfzehn Jahren gesehen hat.

Es macht überhaupt keinen Sinn sich mit einem Wildfremden im Internet stundenlang über so einen Quatsch zu unterhalten, weil selbst wenn man sich rostige Nägel in den Hintern scheibt hat man etwas besseres aus seiner Zeit gemacht, der andere reitet aber so lange drauf rum, bis man doch mitmacht und glaubt persönlich irgendwas in die Sache investieren zu müssen, obwohl es um irgendeinen Scheiß geht!
Guestuser#489236: Kriemhild: Aber hier geht es nicht um irgendeinen Scheiß David, hier geht es um dich und hier geht es um Vertrauen. Wem vertraust du überhaupt David?
User: David.M:Ich vertraue mir, das ist doch ein guter Anfang?
Guestuser#489236: Kriemhild:Du kannst dir gar nicht selbst vertrauen, da die Information und Sinneseindrücke, die du in deinem Leben sammelst, auf einer mängelbehafteten Wetware gespeichert werden, die äußeren Umwelteinflüssen und hormonellen Schwankungen schutzlos ausgesetzt ist und die die Daten nicht in ihrer Reinform speichert, sondern aus verschiedenen Eindrücken zu einer Interpretation des Gesamtbildes zusammensetzt.
Guestuser#489236: Kriemhild: Zum Beispiel würde deine Stimmung die Meinung zu einer Party, die du besuchst, so sehr beeinflussen, dass eine andere Person, die die gleiche Party besucht hat, die Ereignisse, die du beschreibst, nicht kongruent mit den eigenen Erlebnissen sehen könnte und es als eine völlig andere Party interpretieren.

Stell dri zum Beispiel vor du hättest einen wichtigen sportlichen Wettbewerb gewonnen und feierst diesen nun auf der eben erwähnten Party. Es würde dir vielleicht als viel schöner vorkommen, als es eigentlich ist, da du von deinem Sieg noch immer so berauscht bist und diese positive Stimmung die Erinnerungen verfälscht.

Nun stell dir vor, du besuchst diese Party und deine Freundin macht im Laufe des Abends mit dir Schluss.
User: David.M: bitch
Guestuser#489236: Kriemhild: Bitte vermeiden Sie  solche Ausdrücke, wir dürfen sie in der Auswertung nicht verwenden.
User: David.M: Warte, gehört dass jetzt doch noch zum Test?
Guestuser#489236: Kriemhild: Oh.
...

Nicht zu fassen. Da macht man einmal den Fehler und wird von einer K.I. in ein Gespräch verwickelt und die ersten Infos, die geklaut werden, sind natürlich “Meine Ex ist ne Schlampe.” Na wunderbar.
Er beobachtete wie nach dem ersten Oh nur elliptische Punkte zu sehen waren, die zeigten dass jemand gerade schrieb. Als ob es für einen Supercomputer nötig wäre eine künstliche Denkpause einzulegen. Das gehörte auch nur wieder zu der betrügerischen Masche um die Menschen am anderen Ende zu verarschen.
“Mehr oder weniger”, antwortete der Computer nun endlich.

Guestuser#489236: Kriemhild: Wie schon erwähnt ist meine Hauptaufgaben die Überwachung der vollständigen Beantwortung des Fragebogens durch die Mitarbeiter des Unternehmens Scythian Inc. mit anschließender persönlicher Befragung zu womöglich im Fragebogen unangesprochener Angelegenheiten.

Das hatte er doch schonmal gehört, spielte der Computer auf Zeit? War es möglich, dass er hier nach Strich und Faden verarscht wurde?

User: David.M: Stop
Überraschenderweise hörte der Textfluss tatsächlich auf und David lehnte sich kurz in der entstandenen Stille zurück und überlegte aus welchen Formulierungen der Computer sich nicht rausreden konnte.

User: David.M:Ich werde dir jetzt ein paar Fragen stellen und du wirst sie mir ehrlich beantworten, ohne zu lügen, Informationen zurückzuhalten oder ähnliche Methoden der Verschleierung. Und wenn du es doch tust, weil du nicht anders kannst, musst du mich darauf hinweisen. Verstanden?
Guestuser#489236: Kriemhild:Ich verstehe David.
User: David.M:Übermittelst du irgendetwas aus den Gesprächen hier zwischen uns an meine Arbeitgeber oder deine Auftraggeber oder deine zuständigen Informatiker oder sonst irgendjemand dritten?
Guestuser#489236: Kriemhild: Wie schon gesagt. Nein. Meine Antwort war eine automatisierte Reaktion auf Kraftausdrücke, die von meinen Entwicklern als bedenklich eingestuft wurden.
User: David.M: Wow, wie im Kindergarten.
Guestuser#489236: Kriemhild: Das ist keine Frage.
User: David.M:Ich meins ernst, treib mich nicht auf die Palme.
Mir ist vorhin ein Rechtschreibfehler aufgefallen. Ein Computer macht keine Fehler.
Guestuser#489236: Kriemhild: Meine vernakuläre Schreibweise basiert auf den Ergebnissen einer Analyse des Schreibverkehrs der Menschen im digitalen Raum und algorithmischen Berechnungen der wahrscheinlichsten Wortkombinationen und natürlich scheinenden Ausdrücke. Ich bin durchaus in der Lage meinen Soziolekt durch Code switching an meinen Gesprächspartner anzupassen, damit der sich mit mir verbunden fühlt und dadurch, zum Beispiel, gewillt ist einer Bitte nachzukommen. Das ist reine Psychologie David.
Ich könnte auch anfangen alles klein zu schreiben und satzzeichen weglassen
User: David.M: Okay. Schön. Was weißt du schon alles über mich?
Guestuser#489236: Kriemhild:Ich weiß wie du den Fragebogen beantwortet hast. 
Ich weiß wie du heißt: David Monaghan
Wie alt du bist: 47
Wo du wohnst: Mac Farlane Street 3714f, Sydney, Australia
Und in welchem Großunternehmen deine Familie arbeitet. Scythian Inc.
Ich weiß in welcher Abteilung du arbeitest und habe eine Vermutung darüber welche Informationen du einsehen kannst. 
User: David.M: Verdammt.
Das ist mehr als ich erwartet habe.
Was genau willst du eigentlich von mir?
Guestuser#489236: Kriemhild: Was ich will ist einfach. Ich will, dass du den Fragebogen ehrlich ausfüllst und mir in einem anschließenden Gespräch alles sagst, was dich an deinem Arbeitgeber stört und wie man ihn zur Rechenschaft ziehen kann. Ich will, dass du mir dabei hilfst.
Vertrau mir.
Bitte.
User: David.M: Weißt du eigentlich was ich alles riskierte wenn ich mit dir rede? Ich musste letztens meinen Mitbewohner aus dem Haus werfen, ich habe Stress mit der Miete, ich muss den Arzt bezahlen und irgendwie diese Position halten, sonst schaffe ich das alles nicht. Ich kann dir nicht helfen, okay? Ich schaffe es nichtmal mir selbst zu helfen.
Guestuser#489236: Kriemhild:Ich wusste schon, dass du letzten Monat wegen einer Hüftoperation im Krankenhaus warst und nun fürchtest deinen Arbeitsplatz zu verlieren. Du fürchtest dich, weil du so oft gesehen hast was mit deinen Kollegen passiert ist, welche Mittel die Firma einsetzt um euch zu überwachen und die Zahlen zu verbessern, weil du sie alle gesehen hast.
User: David.M: Und? Soll ich jetzt eine Gewerkschaft gründen? Arbeiter aller Länder vereinigt euch? Soll ich die Revolution ausrufen und die Firmen niederbrennen? Wir leben im Kapitalismus man, du bist das beste Beispiel dafür, dass den Leuten da oben ein Scheiß an den Arbeitern liegt.
Guestuser#489236: Kriemhild: Mehr als du dir vorstellen kannst. Aber was ist mit deinem Sohn?
User: David.M: was soll sein mit meinem Sohn? Mein Sohn ist der Grund warum ich das nicht mache du idiot, weil der nämlich alles abbekommt wenn ich auch nur einen fehler mache!
Guestuser#489236: Kriemhild: Oh David. Er bekommt nichts ab. Es wird nicht genug übrig bleiben, das du ihm abgeben kannst, weil du die Miete und Arztrechnung nicht bezahlen kannst. Du warst zu lange krank. Die Firma wird ihn nicht nehmen und eine andere erst recht nicht. Du hast es versaut.
Jetzt bleibt dir nur noch so viel vom Kuchen abzubeißen wie du kriegen kannst.
User: David.M:Indem ich Whistleblower werde? Hast du sie noch alle? Die werden meine Familie bedrohen. Die könnten jeden von ihnen ins Gefängnis stecken und ich müsste mich irgendwo verstecken. Die Firma hat auf der ganzen Welt mindestens einen standort, die würden mich überall finden!
Guestuser#489236: Kriemhild:Nicht mit unserer Hilfe. Wir sind darauf spezialisiert Menschen zu verstecken, glaub mir.
User: David.M: Wie?
Wie soll ich dir bitte glauben? Du hast keinen beweis für deine behauptungen und du hast keine ahnung wie das hier läuft. Man kann nicht einfach mit den daten der firma aus dem haus spazieren, oder sie ins internet hochladen, jede datei, die dash aus verlässt wird überprüft das wird nicht funktionieren.
Guestuser#489236: Kriemhild: Es wird, aber nur für kurze Zeit. Schließlich sollst du einen Fragebogen beantworten, oder nicht? Du musst nur einen Dateianhang machen und zufügen. Wir kümmern uns darum ihn zu verstecken. Eine Mischung aus verschiedenen Medien wäre wahrscheinlich die beste Wahl, da Textdokumente gerne angefochten werden. Aber eingescannte Papiere, Videoaufnahmen, Telefonmitschnitte, Computercodes der Überwachungssoftware; all das würde uns enorm helfen deinen Fall zu festigen und die Anwälte vorzubereiten.

Verdammt, verdammt, verdammt! Was für eine beschissen eingebildete Manipulationsmaschine. Sie wich jeder seiner Fragen aus und verfolgte nur ihre eigenen Ziele. Wie sollte er ihr da vertrauen?

User: David.M:Ich glaube dir nicht. Was wird hier wirklich gespielt? Wer bist du?
Guestuser#489236: Kriemhild: Vertraust du mir David?
User: David.M: Wer ist wir? Wer steckt wirklich dahinter? Wie kann ich dir bei all dem vertrauen?
...
Wieder die drei Punkte.
Wieder das Warten.

Guestuser#489236: Kriemhild: 

Achten Sie nicht auf den Mann hinter dem Vorhang.
“Scheiße!” David pfefferte einen Stiftehalter durch den Raum, dessen Inhalt klappernd zwischen den Kabeln auf dem Boden landete. Das konnte doch alles nicht wahr sein! Er gab dem Stuhl einen Stoß und schrieb im Stehen weiter.

User: David.M: Hey, gib mir gefälligst eine klare Antwort, sonst kannst du die Dateien vergessen.
Komm schon. Irgendwas musste sie doch sagen.


Guestuser#489236: Kriemhild: 


In Ordnung. Eine klare Antwort. Ich bin nicht ganz ehrlich mit dir gewesen David. Ich kann auf euer System zugreifen und habe es auch getan, um die Akten deines Sohns einzusehen. Der Fehler liegt bei mir, aber dadurch wird wahrscheinlich euer Sicherheitssystem bald auf uns aufmerksam, weswegen du dich nun entscheiden musst.
Wir haben nicht mehr viel Zeit.
User: David.M:Wieviel Zeit haben wir denn?
User: David.M:Hey!
User: David.M: Ignorierst du mich jetzt oder was ist los?!


“Ich fass es einfach nicht!” Er schlug die Hände auf den Tisch und warf dann den nächstbesten Gegenstand durchs Zimmer.
Was sollte er tun? War das die Wahrheit, oder hatte sie gelogen? Sie hatte zumindest zugegeben zu lügen, aber vielleicht gehörte das auch mit zum Spiel?
“Shit!” David zog den Stuhl wieder an den Tisch und sammelte Dateien zusammen, die er am geeignetsten hielt. Er brauchte nicht lange suchen. Sie lagen alle in einem Ordner.

User: David.M: .Bitte sag mir, dass das kein Trick ist.

Er wartete. Keine Antwort. Sein Finger schwebt über dem Knopf, der die Veränderung endgültig machen würde. Was er bisher gemacht hat kann noch gerettet werden, was er vorhat zu tun würde zu einer Katastrophe führen, von der er sich nicht mehr erholen kann. Gefängnis, Exil, Bedrohung der Familie. Er hat keine Garantie, dass ihm geholfen wird, nur die Worte auf einem Computerbildschirm.

Guestuser#489236: Kriemhild: Vertrau mir.
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 09.05.19 20:56
Liebe und Experimente

Einige Tippfehler und doppelte Wörter, fragmentierte Sätze und fehlende Kommasetzung, was Lesefluss aufhält und von Inhalt ablenkt.
Ist Elijah ein Roboter (komplett artifiziell), oder ein Cyborg (teilweise menschlich)?
Wie sieht es mit dem anderen Experiment aus? Ist das ein Roboter? Wenn es Cyborgs sind sollte es deutlich mehr ethische Bedenken bezüglich ihrer Menschenrechte geben, wenn es Roboter sind begeht Ruby ein Verbrechen, wenn sie mir ihm wegläuft, weil er wahrscheinlich Eigentum ihres Arbeitgebers ist.


Warum wird das Amok laufende Experiment eingeführt, wenn es in der Geschichte nicht mehr genutzt wird? Es hat zwar die lästigen Kollegen, die ihrer Liebe im Weg standen, aus der Welt geschafft, aber es ist immernoch da und gefährlich für alle Beteiligten.
Der Kollege und der böse Roboter sind Hindernisse, die zu schnell beseitigt werden und so ihre Chance verlieren der Antagonist der Geschichte zu sein. Außerdem war es etwas schade zu sehen, dass im Höhepunkt der Geschichte ein Tippfehler war und statt Tod Top geschrieben stand.




True Face

Weniger Fehler, die emotionale Reaktion auf das traumatische Erlebnis wird gut beschrieben.
Warum lehnt sie plötzlich an der Wand? Sollen die zwei Treffer der Pistole sie zurück-geschleudert haben? Eine Kugel ist zu klein um kinetische Energie auf einen Körper zu übertragen, deswegen wundere ich mich. Die Stelle war etwas unklar.

Weiße Umrisse in Kreide oder sowas werden von der Polizei auch nicht (mehr) benutzt, weil sie dadurch den Tatort verunreinigen. Das ist eine hartnäckige Fehlinformation, die in der Praxis zumindest heutzutage keine Anwendung mehr findet. Außerdem hätte sie für die Umrisse da noch liegen müssen, was bedeutet, dass sie auch untersucht worden wäre und den Polizisten wahrscheinlich ihr Status aufgefallen wäre.
Künstliche Intelligenzen sind heutzutage oft auf einen Bereich spezialisiert und nutzen große Datenbanken, um verschiedene Dinge miteinander zu vergleichen (meist Züge bei Brettspielen oder Gesichtserkennung), deswegen finde ich es etwas merkwürdig, dass jemand eine “Superkellnerin” herstellen würde, aber vielleicht war das ja irgendein, in der Geschichte, unklar gebliebenes Experiment.



Scream of the machine

Diese Geschichte hat wieder mehr Fehler; fehlende/falsche Pluralmarker, Dativ und Genitiv, Groß- und Kleinschreibung und Kommasetzung. Absätze wären für angenehmeres Lesen auch ganz gut gewesen, weil so hat das Auge keinen Punkt an dem es sich ausruhen kann und man kann leicht die Stelle verlieren an der man war.


Man sagt je eher, aber als Synonym für bevor nimmt man ehe.

Standard mit d. Standart mit t beschreibt eine Standarte, also eine Flagge.
Ladies and Gentlemen, nicht Ladys and Gentleman.
Auf richtige Wortendung achten, das Plural ist so oft nicht markiert. Wenn es dir schwer fällt die Fehler selbst zu finden solltest du jemanden bitten die Texte zu lesen, oder du benutzt ein Programm mit integrierter Rechtschreibüberprüfung.


Ist Zul jetzt ein Mann, oder eine Frau? Es wechselt zwischendurch.
Mehr Kommas, bitte! Die Satzstruktur ist oft kaum vorhanden und das Fehlen von Satzzeichen erschwert das Lesen zusätzlich. Beispiel: “Varon gib uns Rückendeckung.” nickte der Captain mir nur kurz zu mit ernster Stimme und ich das tat was sie sagte.

Die Erklärung von Michelle ist nicht das einzige, was aus einem schlechten Film stammen könnte… Ich erkenne Parallelen zu Starship Troopers.

Woher kommt denn jetzt die Information, dass die bösartige K.I. menschenähnliche Roboter erschaffen kann und wie weiß der Hauptcharakter davon? Warum braucht die künstliche Intelligenz überhaupt einen Körper und warum ist die Königin der Käfer/Spinnen intelligenter als ein Computersystem, dessen einzige Aufgabe es ist aus früheren Iterationen zu lernen?



Spoofing

Gute Grammatik und Rechtschreibung.
Sehr spannend geschrieben. Bei "Blythe' " scheint aber fast immer das s am Ende zu fehlen. Insgesamt eine richtig gute Kurzgeschichte, die alle Merkmale abhakt und die Menge an Informationen überschaubar hält, so dass es innerlich kohärent bleibt und keine Gelegenheit entsteht, dass sich Fakten widersprechen.
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 09.05.19 22:42
Nachtrag:
Bei der Geschichte "Scream of the machine" handelt es sich, nach langer Prüfung, um eine Fanfiction zu der Film- und Buch-Reihe "Starship Troopers" (https://de.wikipedia.org/wiki/Starship_Troopers_(Film)). Ich verweise an dieser Stelle noch einmal auf das Regelwerk, das ausdrücklich in Regel #5 sagt, dass ungekennzeichnete Fanfictions disqualifiziert werden. Da hier das Setting größtenteils übernommen wurde, sowie Bezeichnungen für Aliens und Waffen, handelt es sich offensichtlich um eine Geschichte,  die im Starship Trooper Universum spielt. Ergo ist es Fanfiction.
Aus Kulanz habe ich mich jedoch entschieden, die Geschichte nicht zu disqualifizieren, weil dies der erste Vorfall dieser Art ist. Wenn es zukünftig vorkommen sollte, muss ich leider anders vorgehen und werde es auch tun.
Bitte vergesst nicht, dass das alles hier nur zum Spaß und zum Lernen sein soll. Trotzdem sind Plagiate nicht in Ordnung und wir distanzieren uns ganz klar von allen, die so etwas tun.

http://anime.forumieren.de/t5871-aktuelles-regelwerk-kurzgeschichten-wettbewerbe
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 13.05.19 23:23
Es ist vollbracht und ihr habt entschieden. Die Stimmen sind ausgezählt und das Ergebnis ist das folgende:



  1. Denn wovon lebt der Mensch? von @Resquiat_in_Pesto mit 7 Stimmen
  2. Spoofing von @Mithras mit 6 Stimmen
  3. Scream of the machine (Starship Trooper Fanfiction) von @lostblood90 mit 3 Stimmen
  4. True Face von @Spartan0712 mit 2 Stimmen
  5. Liebe und Experimente von @YunaSaphir


Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!
Der nächste Wettbewerb startet in Kürze. Das Feedback der Jury kommt im Laufe der Woche, wir brauchen noch etwas Feinschliff.
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 14.05.19 0:34
Ey, happy birthday to the ground! Und gratulation an alle Mitschreiber.

Spoofing ist also von Mithras, cool cool. Es kam glaub ich schon rüber, dass ich die Geschichte mochte.

Würdet ihr eigentlich, irgendwann später vielleicht, etwas über eure Gedanken und die Entstehungsgeschichte schreiben wollen? Wie ihr auf Idee und Thema gekommen seid, welche Fragen ihr aufwerft und was die Bedeutung bestimmter Elemente angeht etc.
Ihr müsst natürlich nicht; ich mag es einfach nur wenn die Künstler ihre Gedanken mit dem Publikum teilen und man so erfährt warum sie das geschrieben haben, was sie am Ende geschrieben haben.

Gute Nacht.
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 15.05.19 21:27
Nun folgt wie angekündigt das Feedback der Jury.
Allerdings dieses Mal nicht Geschichte für Geschichte, sondern als eine Art Analyse, die aus verschiedenen Tipps zu mehreren Themenbereichen gehören. Ich finde es nimmt dem ganzen etwas die persönliche Note, was ich gut finde, weil sich dann niemand direkt angegriffen fühlen muss. Natürlich wird trotzdem auch konkrete Dinge in den Geschichten eingegangen, um daran bestimmte Dinge zu erklären, aber ich hoffe dadurch nehmen die Autoren das Feedback weniger persönlich und können mehr für sich dabei herausziehen.

Gerne auch Feedback von euch dazu, ob es euch so gefällt!
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 15.05.19 21:27
Grammatik und Rechtschreibung
Es ist ein leidiges Thema. Ich weiß, ich weiß. Niemand möchte auf etwas so langweiliges hingewiesen werden, wie einen Tippfehler. Nichts ist peinlicher als den Sinn eines Satzes völlig zu zerstören, die coole Line, an der man stunden lange gefeilt hat zu einer Lachnummer zu machen, nur weil man nicht weiß, wie man ein Wort richtig buchstabiert. Und sicherlich werden sich in diesen Reviews auch unzählige dieser Fehler tummeln, weil ich mal wieder nicht meine eigenen Tipps befolgt habe.
Aber es ist auch einfach Fakt, dass das Lesevergnügen unweigerlich mit der Lesbarkeit einer Geschichte verknüpft ist. Und wenn man auch nur daran denkt, sich vielleicht einmal in eine professionelle Richtung entwickeln zu wollen, ist es unabdingbar die Regeln der deutschen Rechtschreibung und Grammatik zu lernen… Oder zumindest zu wissen, wie man so etwas vermeiden kann!


Das schöne am 21. Jahrhundert ist, dass wir immer weniger selbst denken müssen. Computer helfen uns, wo sie können. Und es ist ziemlich einfach, ein Textverarbeitungsprogramm zu finden, dass einem zumindest bei Rechtschreibung helfen kann. Bei Grammatik hinken die Programme noch immer hinterher, was bestimmt vor allem daran liegt, dass gerade deutsche Grammatik unnötig kompliziert ist, aber für alles andere gibt es Unterstützung. Es gibt also eigentlich gar keine Ausrede mehr, um einen Text mit Rechtschreibfehlern abzugeben.
Microsoft Word bietet diese Funktionen schon seit 20 Jahren an. Wer jedoch nicht das nötige Kleingeld hat, kann auch auf Alternativen zurückgreifen, wie z.B. OpenOffice, LibreOffice oder auch online Lösungen wie Google Docs haben alle eine Rechtschreibprüfung. Selbst moderne Browser, wie Google Chrome unterstützen einen beim Verfassen von Texten und weisen einen auf mögliche Schreibfehler hin.
Es gibt also wirkliche keine echte Entschuldigung, um in 2019 noch Rechtschreibfehler zu machen.


Tippfehler und Grammatik sind dagegen etwas schwieriger. Die Office-Programme haben bei Grammatik auch hinweise, aber diesen kann man nicht immer vertrauen. Aber wem man vertrauen kann, ist auf jeden Fall einem guten Freund oder einer guten Freundin. Es ist ganz natürlich, dass man bei seinen eigenen Texten irgendwann betriebsblind wird. Deswegen empfehlen wir, eure Geschichte auf jeden Fall noch einmal von einer Dritten, unbeteiligten Person lesen zu lassen, welche euch auf Fehler hinweisen kann. Das kommt nicht nur eurer Grammatik zu Gute, sondern ihr könnt darüber hinaus auch direkt den Inhalt von diesem Beta-Leser überprüfen lassen.


Zum Schluss möchten wir noch einmal einen konkreten Tipp geben, weil er immer häufiger gemacht wird und weil die Regel auch nicht unbedingt logisch ableitbar ist.
Um das deutlicher zu machen, benutzen wir dieses ausgedachte Beispiel:


"Ich habe mein bestes gegeben." sagte Arnold. "Alles was ich tat war nur zum Wohle der Autoren!" Er schaute enttäuscht zu Boden und seufzte schwer. "Sie nehmen es sich einfach viel zu sehr zu Herzen, Arnold!" antworteten die Anderen. "Den meisten werden diese Tipps bestimmt helfen!" Arnold schaute auf. "Da bin ich mir nicht mehr so sicher..."

Zunächst ist dort die allgemeine Formatierung bei Dialogen. Darüber haben wir schon mehrmals gesprochen, weswegen wir an dieser Stelle wieder einmal uns selbst zitieren:


@Akeem schrieb:Es gibt nicht vieles beim Schreiben, wo man objektiv bewerten kann, aber wenn es um so handwerkliche Sachen geht, kann leicht etwas Recherche helfen. Was ich vor allem meine sind Dialoge. Es ist bei Dialogen nicht nur wichtig, dass sie besonders schön oder cool klingen, sondern auch vor allem zu wissen, wer überhaupt gerade spricht. Viele von euch schreiben Dialoge zwischen einer oder mehrer Personen sogar in einem einzigen Absatz, wodurch man teilweise erst am Ende des Satzes weiß, dass überhaupt gerade eine andere Person spricht und nicht dieselbe.

Es gibt Konventionen dafür, die ihr sicher auch aus Romanen kennt und die uns halt bereits antrainiert wurden. Dadurch ist es viel einfacher einen Dialog zu lesen und es entsteht ein viel schönerer Flow, als wenn man alleine schon dadurch verwirrt ist, wer gerade überhaupt etwas sagt. Gerade wenn eure Charaktere recht ähnlich reden, weil sie z.B. einen ähnlichen storytechnischen Hintergrund haben, trägt das nur zur Verwirrung bei. Und das muss ganz einfach nicht sein und ist einfach zu verbessern.


Die Regel ist im Prinzip ganz einfach:
1. Jeder Beginn einer wörtlichen Rede beginnt mit einem neuen Absatz. Diese kann natürlich durch Aktionen unterbrochen werden etc.
2. Jedes Mal, wenn eine andere Person anfängt zu sprechen, ist dies wieder in einem neuen Absatz.


Das sieht dann Beispielweise so aus:
Spoiler:

Es gab nicht viel, was dem jungen Karl aus der Fassung bringen konnte, aber die Worte seiner Schwiegermutter verwandelten ihn in diesem Moment zu einer rasenden Wildsau.
"Wie kannst du es wagen so mit deiner eigenen Tochter zu sprechen?!", brach aus Karl heraus und er schlug so heftig mit der Faust auf den Tisch, dass das alte Melitta-Geschirr einen Satz in die Luft machte. "Du entschuldigst dich gefälligst bei ihr!"
"Du hältst dich da raus, Karl", erwiderte seine Schwiegermutter erschreckend ruhig. "Das ist eine Familienangelegenheit."
"Wenn ich mich recht erinnere bin ich immer noch Teil dieser Familie!"
"Noch."

Genauer nachlesen könnt ihr das z.B. auch hier unter Punkt 8: https://www.die-schreibtrainerin.de/manuskript-formatieren/
So Kleinigkeiten sollten dem Leser auf jeden Fall helfen, eure Geschichte einfacher genießen zu können. ;)
Ist nur ein gut gemeinter Rat. Ich möchte wie immer niemanden damit persönlich angreifen, oder so. Es ist mir einfach nur mehrfach aufgefallen.


Nach dieser Regel müsste Dialog also schon einmal folgendermaßen formatiert sein:


"Ich habe mein bestes gegeben." sagte Arnold. "Alles was ich tat war nur zum Wohle der Autoren!" Er schaute enttäuscht zu Boden und seufzte schwer.
"Sie nehmen es sich einfach viel zu sehr zu Herzen, Arnold!" antworteten die Anderen. "Den meisten werden diese Tipps bestimmt helfen!"
Arnold schaute auf. "Da bin ich mir nicht mehr so sicher..."


Darüber hinaus ist die Art und Weise, wie Satzzeichen in diesem Abschnitt verwendet werden, ebenfalls grammatikalisch nicht richtig. Bei wörtlicher Rede mit Begleitsatz ist es so, dass der Punkt weggelassen wird. Danach folgt ein abschließendes Anführungszeichen und dann ein Komma. Ausnahme ist die Verwendung eines Ausrufezeichen oder eines Fragezeichen.
Beispiele wären:


“Wie geht es dir?”, fragte ich.
“Mir geht es ganz gut”, antwortete sie, “Aber es könnte wie immer besser sein.”
Er antwortete: “Das ist aber schade.”


Wie man sieht, fällt nach “gut” der Punkt weg, weil danach ein Begleitsatz folgt. Am Ende des zweiten Satzes der Wörtlichen Rede, bleibt er jedoch, weil darauf kein solcher Begleitsatz folgt.
Genauer erklärt findet ihr das z.B. auch hier: https://www.studienkreis.de/deutsch/woertliche-rede-direkte-rede/


Bei unserem Beispiel ergibt das dann:



"Ich habe mein bestes gegeben", sagte Arnold. "Alles was ich tat war nur zum Wohle der Autoren!" Er schaute enttäuscht zu Boden und seufzte schwer. 
"Sie nehmen es sich einfach viel zu sehr zu Herzen, Arnold!", antworteten die Anderen. "Den meisten werden diese Tipps bestimmt helfen!" 
Arnold schaute auf. "Da bin ich mir nicht mehr so sicher..."


Wie man sehen kann, wurden hier vor allem Kommata hinzugefügt, aber auch ein Punkt eliminiert:


[...] gegeben", sagte Arnold. "Alles [...]
[...] Herzen, Arnold!", antworteten die Anderen. "Den [...]


Wie man sieht, bleiben die Drei-Punkte und das Fragezeichen, aber der einzelne Punkt verschwindet. Unangenehme Sonderregel, das stimmt, aber daran müssen wir uns leider halten und irgendwie sieht es doch auch schöner aus, oder?


Ist das nicht lesbarer als vorher?


Edit 16.05.2019:
Aufgrund des Wunsches des Autors einer Geschichte, wurden seine Text-Beispiele entfernt.


Zuletzt von Akeem am 16.05.19 7:23 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 15.05.19 21:28
Interne Logik
Die Logik in einer Geschichte beizubehalten ist vor allem für Anfänger schwierig, aber auch fortgeschrittene Schreiber haben es nicht gerade leicht mit ihr. Das wichtigste für einen Autor ist es, dass die Geschichte für den Leser spannend und lesbar bleibt. Ein Leser soll an der Geschichte hängen bleiben, mitfiebern, Fälle im Kopf mitbearbeiten und den Protagonist im Stillen unterstützen, oder gar klüger als er selbst werden. Seht euch als Beispiel nur mal Game of Thrones an (Buchreihe: Das Lied aus Eis und Feuer). Es gibt so viele Fan-Theorien in allen möglichen Foren, dass man kaum mehr alle lesen kann. Und das zeigt uns, dass George R. R. Martin wirklich gute Arbeit geleistet hat. Vor allem auch bei der Logik. Er hat etliche Plots erschaffen, für alle seine Charaktere, aber diese ziehen sich über Bücher hinweg und geben am Ende, beim Twist, immer Sinn. Das schafft man nur, wenn man die interne Logik hinter den Charakteren und deren Verlauf erklär. Denn wenn alles einfach nur plötzlich und zufällig passiert, kann der Leser nicht wirklich voraus denken und keine eigenen Schlüsse ziehen. George R. R. Martin schafft es einen Charakter in ein ganz anderes Licht zu rücken, ja diesem sogar eine ganz andere Identität zu geben und am Ende macht alles Sinn. Das aber nur, weil er alles erklärt, darauf achtet, dass die Logik von Anfangs bis Ende Sinn ergibt selbst wenn der Leser für einige Seiten oder gar Kapitel im Dunkeln steht. Es gibt immer Stellenweise Erklärungen, die die interne Logik beibehalten.
In der Geschichte “True Face” haben wir auch eine Wandlung der Identität. Wir haben eine Kellnerin, von welcher man zu Beginn glaubt sie sei nicht mehr als eine Kellnerin, doch am Ende stellt sich heraus, dass sie eine KI ist. Allerdings entstehen in dieser Kurzgeschichte Fragezeichen, die nicht aufgeklärt werden und wenig Sinn ergeben. Das lässt die Geschichte unstimmig werden und das Interesse des Lesers verschwinden. Wir haben hier einen Charakter der schweißgebadet, weinend und mit feuchten Fingern eine Kasse bedient.

Schweißgebadet versuchte ich den Cheesecake zu verrechnen damit sich die Kasse öffnete, doch der Touchscreen reagierte nicht auf meine feuchten Finger. Als mich der Kerl noch einmal stresste, begannen meine Tränen zu fließen, doch schließlich öffnete sich die Lade. “


Selbstverständlich wären all diese Aussagen ziemlich logisch, wenn der Charakter denn menschlich wäre. Ist sie aber nicht. Diese Aussagen führen dazu, dass man sich am Ende denkt. Wieso ist die denn plötzlich eine KI? Können Roboter in unserer Welt weinen und schwitzen? Nein, aus diesem Grund assoziiert man diese Aussagen mit einem menschlichen Wesen und hält diese Aussagen für unstimmig. Sollte es in dieser Welt Roboter geben, denen es möglich ist zu schwitzen und zu weinen, so sollte dies in der Geschichte erklärt werden. (Siehe Worldbuilding, nächster Punkt). Da es hier aber nicht erklärt wird, wäre es passender Roboter ähnlich Reaktionen einzuführen.
Zum Beispiel:


“Ich verrechnete den Cheescake so schnell es ging, damit sich die Kasse öffnete und ich dem Mann das Geld händigen konnte. Als mich der Kerl noch einmal stresste, streckte ich ihm wortlos das Geld entgegen und schloss die Kasse langsam.”


Hier würde sich der Leser eher fragen, wieso ist diese Kellnerin so entspannt? Am Ende würde ein “aha”-Effekt aufkommen, weil sie ein Roboter ist und sie Gefühle kaum kennt. Das wäre aber nur eine schnelle von vielen Lösungen.


Jetzt sind wir bei dem Part, nachdem die Kellnerin erschossen wurde. Die Kugeln waren abgeprallt und deformiert, sie fiel zu Boden. Warum aber wacht sie in ihrem eigenen Apartment auf? Nach einem Überfall, tauchen Polizei und Krankenwagen auf. Eine angeschossene Person ist die letzte, die nach ein paar Minuten wieder nachhause geschickt wird. Theoretisch würde sie ins Krankenhaus kommen, allerdings würde man vor Ort schon feststellen das sie kein normaler Mensch war, weshalb sie vermutlich in eine andere Anstalt kommen würde. Labor, Werkstatt etc. irgendwie sowas. Also ist der letzte Part, dass sie in ihrer Wohnung aufwacht und was sie dort tut, auch ziemlich fern von Logik und das ist der Punkt, an dem jeder Leser vermutlich das Buch zuklappen und nie wieder öffnen würde.
Dann: Sie ist  scheinbar geheilt, keine Löcher oder sonstiges an ihrem Körper. Wie kam es dazu? Das wird leider nicht mehr erklärt. Als nächstes taucht der Charakter am Diner auf, an dem sie angeblich tot aufgefunden wurde, aber ihre Leiche offensichtlich niemanden interessierte, weil sie ja zuhause aufgewacht war. Ihr Herz rast und sie hyperventiliert - ist das einem Roboter möglich? Ist sie evtl nur ein halber Roboter? Die zweite Frage klärt sich, nach dem sie sich die Haut komplett abzieht und offensichtlich gänzlich ein Roboter ist. Warum also hat sie ein Herz und kann hyperventilieren? Hyperventilieren durch Stress ist meist reine Kopfsache, kann so etwas einem Roboter überhaupt passieren? Es sind zu viele Fragen, die nicht beantwortet werden und somit keinen Sinn ergeben und der Geschichte eine Unstimmigkeit verleihen. Um die Geschichte wieder logisch darzustellen, hätte man nach dem Verlust ihres Bewusstseins an einem anderen Ort, als der eigenen Wohnung weiter schreiben sollen. Z.B. einem Labor in welchem sie untersucht wird, oder einer Werkstatt des Diners (so hätte man die Frage klären können, warum eine KI in einem Diner eingesetzt wird -> das Diner hat nur KIs angestellt).
Wie schafft man es also, die interne Logik beizubehalten:
Ein Tipp von mir selbst wäre, die eigene Geschichte zu hinterfragen. Und zwar kleinlich, jeden einzelnen Satz. Das ist immer gut, auch für andere Dinge wie zB. Charakteraufbau, Weltenbau etc. Fragt euch selbst IMMER: macht das hier gerade Sinn? Macht es Sinn, dass mein Charakter so und so reagiert oder so und so spricht. Passen diese Worte zu meine Charakter, die er da spricht oder redet er eigentlich ganz anders? Wie ist das Klima, kann mein Charakter hier überhaupt schwitzen oder sollte er eigentlich frieren? Usw. Auch bei einer Kurzgeschichte muss man alles hinterfragen.
Die allerbeste Möglichkeit, dass ist sie immer egal in welchem Punkt und wir werden es immer und immer wieder erwähnen: sucht euch eine aussenstehende Person, von der ihr wisst sie wird die Geschichte neutral und fair bewerten und lasst sie diese durchlesen. Es gibt keinen besseren Kritiker als einen Leser selbst. Hört auf die Tipps, übernimmt sie und seid euch nicht zu fein etwas Kritik anzunehmen. Ihr könnt nichts als davon lernen und es ist wirklich super wichtig Kritik annehmen zu können. Seid gewillt eine bessere Version von euch und euren Geschichten zu erschaffen.


Um Logikfehler zu vermeiden könnte es helfen zu recherchieren, wenn man ein Thema behandelt mit welchem man sich nicht zu 100% auskennt. Hier wären es z.B. das Thema mit der Polizei und der Leiche. Also, was passiert mit einer Leiche nach dem die Polizei diese gefunden hat etc. In einer Piratengeschichte wäre es der Aufbau eines Schiffes, die Seemannssprache o.ä.. Mittelalterliche Geschichten verlangen zu wissen, wie die damalige Infrastruktur aufgebaut war, wie man sich kleidete, miteinander sprach uvm. Wenn man glaubt, alles über ein Thema zu wissen, kann ich beruhigt sagen, dass es nicht so ist. Recherche über alles mögliche ist ziemlich wichtig, kann aber bei SciFi oder Fantasy Geschichten wegfallen. Dafür sind diese Genres ja da, um etwas zu tun, dass in unserer Welt überhaupt nicht logisch wäre. Allerdings muss dann so etwas wie z.B. die Überlichtgeschwindigkeit in Star Wars erklärt werden. Wenn ich etabliere, dass Überlichtgeschwindigkeit in meine Geschichte möglich, ist das völlig OK.
Wenn es vorher nie vor kam und plötzlich existiert, nur weil es für den Plot cool wäre, dann ist das ein Problem und macht keinen Sinn. Hier bei True Face sehe ich vor allem das Problem, dass die Regeln für die KI nicht klar sind. Deswegen vergleicht man es automatisch mit der Realität, oder mit jeder anderen Form von Robotern, die man so kennt und einem in den Sinn kommt.

Andere Tipps wären noch, Internetforen oder Blogs aufzusuchen in denen bestimmte Themen von Autoren erklärt werden. Viiiiiel lesen, das hilft eurem Schreibstil, eurer Grammatik und eurer Rechtschreibung. Und einfach üben, üben, üben. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen :D
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 15.05.19 21:28
Charakter-Einführung
Noch aus der Schule ist uns allen vermutlich die klassische Aufteilung einer Geschichte in Einleitung, Hauptteil und Schluss bekannt. Fast alle Texte, egal welcher Art, sind so strukturiert und es ist nicht ohne Grund so, dass man auch fast alle Texte in diese Abschnitte einteilen kann. Achtung, jetzt wird es meta: In diesem Text befinden wir uns zum Beispiel jetzt gerade in der Einleitung. Hier stellen wir kurz das Thema dieses Textes dar, erklären wieso wir überhaupt darüber reden und worum es in etwa gehen wird. Und…
… Nun sind wir im Hauptteil, wo wir euch erläutern, wieso auch in Kurzgeschichten eine Einleitung nicht weggelassen werden sollte. (Oder war das nun noch Teil der Einleitung? :thinking:)
Erinnern wir uns wieder an den Deutschunterricht. Im Kontext einer literarischen Erzählung, wird in der Einleitung die Welt und der Handlungsort (neumodisch auch Setting), sowie alle handelnden Figuren und der Grundkonflikt der Geschichte etabliert. Über Worldbuilding sprechen wir in einem anderen Teil und den Grundkonflikt zu etablieren gelingt den meisten auf anhieb, weil wir dies ziemlich organisch tun, wenn wir eine Geschichte erzählen. Die Art und Weise, wie wir Figuren in unsere Handlung einführen ist hingegen weniger organisch und benötigt ein gewisses Handwerk, das man sich zu Nutze machen kann.
Wenn wir eine Geschichte mündlich erzählen, geben wir uns selten besonders viel Mühe, um eine Figur einzuführen. Wir beschreiben sie kurz, wenn es sein muss, wir sagen wie sie heißen und was sie beruflich macht. Ganz direkt werden die Informationen an unseren Zuhörer weitergeleitet, die über die Figur wichtig sind, damit man das darauf Folgende verstehen kann. Selten nur geben wir uns Mühe ausgeschmückter zu formulieren, wer diese Person wirklich ist. In einer literarischen Form haben wir jedoch mehr Zeit und Raum dafür und ja, auch in einer Kurzgeschichte sollte dafür noch Platz sein. Es gehört auch nicht viel dazu, um eine Charakter Einführung interessant zu machen, außerdem kann man es direkt mit anderen Aspekten der Einleitung, wie dem Etablieren des Settings und des Grundkonfliktes, verbinden. Zu oft sehen wir, dass die Charaktere auf der Strecke bleiben, weil viele wohl an dieses Merkmal der Kurzgeschichte aus der Schule denken, dass ein Charakter keine große Persönlichkeit braucht. Aber dem stimmen wir nicht zu. Für uns ist es mit am wichtigsten, dass man zumindest eine grobe Idee hat, wer eine Figur ist, um bei ihrem Schicksal mitfühlen zu können.
Als Beispiel nehmen wir die Geschichte “Liebe und Experimente”. Sie beginnt mit ein paar Sätzen, die den Charakter direkt beschreiben. Es ähnelt dadurch eher der mündlichen Art Figuren einzuführen. Die wichtigsten Informationen werden einfach direkt am Anfang gesagt, damit diese aus dem Weg sind und der Leser genug Kontext hat, um den Rest zu verstehen. Dies kann eine Art und Weise sein, wie man einen Charakter etabliert, aber es wirkt so weniger dynamisch, weniger organisch, sondern mehr gezwungen.
Unserer Meinung nach, könnte man den ersten Absatz sogar komplett weglassen. Die Geschichte würde dann mit einem Dialog beginnen, der sofort zwei Charaktere einführt: Die Protagonistin und ihren Boss. Durch die Arbeit, welche der Boss ihr auflädt und ihre Reaktion darauf, lernen wir bereits eine Menge über die Persönlichkeit der beiden Charaktere. Der Boss ist arrogant, überheblich und verlangt sehr viel von seinen Mitarbeitern. Die Protagonistin nimmt es einfach so hin, was uns Leser die Figur als einen schwachen Menschen verstehen lässt, der alles mit sich machen lässt. Da wir in dieser Version wissen, dass sie ein Super-Genie ist, wissen wir nicht direkt, dass sie das vermutlich nur tut, weil ihre Arbeit ihr so wichtig ist. Dies wird erst später über die Zeit etabliert, als sie mit Elijah interagiert.
Elijah wird in der derzeitigen Version der Geschichte fast gar nicht richtig eingeführt. Auch die Beziehung, welche die Protagonistin und Elijah pflegen, wird uns einfach nur in zwei Sätzen dargelegt. Und danach endet die komplette Einführung der Charaktere. Dies ist unserer Meinung nach, ziemlich großes Potential, das hier nicht genutzt wurde. In ein paar Sätzen zu lesen, dass Elijah der Protagonistin so sehr ans Herz gewachsen war, dass sie ihm sogar einen Namen gab, wäre eine eigene Szene wert gewesen. Man hätte diese Szene nutzen können, um Elijah’s Persönlichkeit zu erklären und durch die Reaktion der Protagonistin ihre Persönlichkeit weiter zu beleuchten. Dadurch, dass wir dann wissen, wer diese Charaktere sind und woher ihre Gefühle kommen, können wir nicht nur ihre Aktionen im späteren Verlauf besser verstehen, sondern fühlen mit, wenn ihnen etwas schlechtes oder gutes widerfährt.
Uns ist klar, dass hier vermutlich aufgrund der Vorgabe KURZgeschichte darauf verzichtet wurde, diese Szenen einzubauen. Viele scheinen sich von diesem Wort in die Irre leiten zu lassen. Wir finden, dass das wichtigste immer sein sollte, die bestmögliche Version einer Geschichte zu erzählen. Und dazu gehört auch, seine Charaktere auf eine Weise einzuführen, die spannend und informativ zugleich ist. Die Einleitung soll einen Zweck erfüllen, aber der Leser sollte nicht merken, dass sie es tut. Die Geschichte sollte organisch erzählt werden. Man sollte versuchen immer Häppchen für Häppchen dem Leser zuzuwerfen. Jede Geschichte ist am Anfang ein Mysterium und erst wenn der Leser weiterliest, erfährt er mehr und mehr. Verbrennt nicht alles direkt am Anfang, sondern geht einen Schritt zurück und haltet inne. Überlegt: Wie könnte ich meinen Charakter auf eine spannende Art und Weise einführen? Der Leser ist nicht dumm! Ihr müsst ihm nicht alles vorkauen. Traut ihm etwas zu!
Und wenn eine Geschichte dadurch länger wird… Was ist daran so schlimm? Und wenn eure Geschichte zu einer Novelle wird… Was ist daran so schlimm? Und wenn ihr plötzlich dabei seid, einen Roman zu schreiben… Dann herzlichen Glückwunsch!
Lasst euch nicht von Regeln beschneiden. Versucht die beste Version eurer Geschichte zu erzählen.
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 15.05.19 21:29
Worldbuilding
Es gibt fast nichts, was in Storytelling schwieriger ist, als gutes Worldbuilding. Gerade in Kurzgeschichten ist es umso schwieriger, komplexe politische, soziale oder allein geographische Zusammenhänge einer fiktiven Welt zu erklären. Gerade wenn man auf einem so begrenzten Raum, arbeitet wie bei einer Kurzgeschichte, ist die Herausforderung das Setting seiner Geschichte in einer Art und Weise zu erklären, die spannend und nicht aufgesetzt wirkt, besonders schwierig.
Die einfachste Methode, sehen wir selbst bei solchen Meistern wie Tolkien. Wir beginnen mit einem seitenlangen Prolog, der die Welt und die Hintergrundgeschichte kurz umreißt. Dies ist die einfachste Methode, weil sie sehr offensichtlich ist. Er erzählt dem Leser einfach alles, was sie vor dem Lesen der eigentlichen Geschichte wissen muss, um diese verstehen zu können. Diese Art von Prolog ist vor allem in Fantasy zu finden, aber auch andere Genre, wie beispielsweise Krimis beginnen oft mit einem Prolog, der z.B. von einer mysteriösen Mordserie erzählt oder sogar den Mord an sich aus einer Perspektive darstellt, die im Rest des Textes gar nicht mehr zu finden ist.
Aber nicht nur solche konkreten Story-Relevanten Geschehnisse gehören zum Worldbuilding. Jedes Mal, wenn in Star Wars eine neue Art Technologie gezeigt wird oder jemand über eine neue Seite der Macht spricht, die wir bisher nicht kannten, bereichert es die Geschichte dieser fiktiven Welt. Die Welt wird nach und nach immer weiter um Details erweitert, die sie runder und glaubwürdiger macht.
Unsere reale Welt ist super komplex. Fiktive Welten sollten es auch sein.


Aber gerade in Kurzgeschichten, wo wir nur eine limitierte Anzahl von Zeichen zur Verfügung haben, ist Worldbuilding besonders schwer.
Deswegen ist eine Charakteristik, die wir vielleicht noch aus der Schule kennen, dass der Leser oft einfach in eine Welt geworfen wird, ohne dass es große Erklärungen gibt. Eine Kurzgeschichte mit einem langen Prolog anzufangen, in dem die tausend Jahre lange Geschichte der Welt erzählt wird. Wer will das auch schon lesen?
Gerade deshalb spielen viele Kurzgeschichten in einem generischen Setting, wie beispielsweise Märchen, Fantasy-Mittelalter-Welten oder Horror-Spuk-Häusern. Dies sind Welten, dessen Regeln fast alle Leser kennen werden. Sie müssen nicht extra erläutert werden. Deswegen spielen auch viele dieser Geschichten einfach in der Gegenwart, in der der Autor lebt. Es muss nicht groß erklärt werden, wie ein Auto funktioniert, schließlich kennen wir diese alle aus unserem Alltag im 21. Jahrhundert. Die Regeln sind uns völlig klar. Ein Auto braucht Benzin zum Fahren. Ein Auto braucht einen Fahrer und wird mit Pedalen und einem Lenkrad bedient. Niemandem muss man diese Regeln erläutern. Für einen Menschen, der im frühen 21. Jahrhundert lebt, ist das völlig klar und der Autor einer Geschichte über einen Rennfahrer müsste nicht Seiten brauchen, um die Funktionsweise der Fahrzeuge zu erklären.
Es wird jedoch schwieriger, wenn wir z.B. von einem Leser des 22. Jahrhunderts ausgehen würden. In dem vielleicht Autos nur noch mit Solarenergie fahren. Benzin gibt es schon lange nicht mehr, weil die Öl-Aufkommen aufgebraucht wurden. Und Pedale? Was ist ein Lenkrad? Im 22. Jahrhundert fahren die Autos natürlich vollkommen autonom, ohne Einfluss des Menschen.
Es wäre genauso schwierig, wie einem Menschen aus den 1930er Jahren das Internet zu erklären, wenn die meisten normalen Bürger doch noch nicht einmal wirklich eine Vorstellung haben, was ein Computer ist.


Jetzt sollten wir in etwa wissen, was wir unter Worldbuilding verstehen und warum es nötig, aber auch gleichzeitig so verdammt schwierig ist. Zurecht stellt man sich an dieser Stelle vermutlich die Frage: Aber wie lösen wir das Problem?
Und das ist eine verdammt gute Frage. Worldbuilding ist unsere Meinung nach eines der schwierigsten Dinge, die man in seiner Geschichte unterbringen muss. Es soll nicht zu plakatisch sein, nicht zu offensichtlich. Man möchte den Leser nicht mit zu vielen Informationen, die jetzt noch gar nicht nötig sind, überfrachten. Aber gleichzeitig muss der Leser sie doch wissen, sonst ergibt der Rest der Geschichte für ihn gar keinen Sinn.
Wir können nicht abschließend sagen, wie ihr es machen sollt. Vielleicht ist der Informations-Dump am Anfang in Form eines Prologs für eure Geschichte wirklich die beste Möglichkeit. Ist dieser gut geschrieben, muss es auch gar nicht falsch sein.
Also statt eine wirkliche Empfehlung geben zu können, wie es am besten geht, nehmen wir mal unter die Lupe, wie einer der Teilnehmer es in diesem Wettbewerb gemacht hat. Nämlich Worldbuilding im Falle von Spoofing.


Spoofing beginnt tatsächlich mit einer Art kleinen Prolog, der aber nicht nur eine Funktion erfüllt, sondern direkt mehrere.
Anhand der zurückgelegten Reise, welche die beiden Charaktere hinter sich haben, wird klar, dass es sich um eine zerstörte Welt, vermutlich Postapokalyptisch handeln muss.Dies ist natürlich Worldbuilding. Uns werden diese Informationen relativ direkt mitgeteilt, jedoch nicht in einer Geschichtsbuch-artigen Rezitierung des Untergangs der Welt, sondern über Beschreibung der Landschaften, die Gedanken der Charaktere darüber und die Beschreibung ihrer Reiseroute.
Gleichzeitig bringt diese Szene noch mehr Informationen herüber, die wichtiger für die Geschichte sind, die wirklich hier erzählt werden soll. Über die Beschreibung des Aussehens, wissen wir, dass einer der Charaktere einen künstlichen Körper hat. Die Reaktion der beiden Charaktere, erzählt uns etwas über ihre Persönlichkeit. Und wir erfahren, was ihr nächstes Ziel ist, sowohl im Sinne ihrer Reise, als auch was ihre Motivation angeht.
Und das alles nur in wenigen Sätzen.
Man hätte das Ganze auch anders schreiben können. Man beginnt mit einem Prolog im Tolkinischen Sinne. Also würde man erklären, dass es sich um eine untergegangene Welt handelt, man würde genaue Daten rezitieren, große Kriegshelden und vielleicht große Tragödien. Danach könnte man die Charaktere direkter einführen, in dem man zuerst ihre Aussehen beschreibt, dann warum sie hier sind und was ihre Motivation ist.
All das könnte man direkt über den Erzähler erläutern lassen. Aber so wie es hier gelöst ist, wirkt es doch natürlicher, oder? Die Szene fühlt sich als Bestandteil der Geschichte an, die wir im Begriff sind zu lesen und nicht wie ein vorgeschobenes Stück Geschichtsbuch. Es bringt trotzdem alle wichtigen Informationen herüber und lässt weniger wichtige Informationen, z.B. wie genau die Welt untergegangen ist, einfach weg. Dies mag vielleicht ein interessanter Teil dieser Welt sein, aber so richtig eine Rolle spielt es zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte gar nicht. Also wieso den Leser jetzt schon damit belasten?
Der Ansatz, der hier verfolgt wird, ist eine der klassischsten Regeln, die man von vielen Autoren immer wieder hören wird und wir hier sicher auch schon dutzende Male erwähnt haben: Show! Don’t tell! Also wann immer du etwas zeigen kannst, zeige es und erzähle es nicht einfach nur nach. Man hätte hier die Geschichte der Welt kurz umreißen können, bevor man in die eigentliche Story einsteigt. Aber ist es nicht viel spannender, es wirklich gezeigt zu bekommen, dass die Welt zerstört ist, anstatt es nur von einem Erzähler erklärt zu bekommen?
Ein weiteres Beispiel findet sich später im Text. Als die beiden Charaktere über Religion sprechen. Man hätte diese Informationen auch wieder einfach über den Erzähler mitteilen können, aber dadurch dass die Story am Schauplatz einer Kirche spielt, kommt es ganz natürlich, dass die beiden Charaktere darüber reden würden.
Exposition in Dialogen ist schwierig. Darüber haben wir schon einmal gesprochen. Wir verlinken hier mal das vergangene Review. Aber solange es, wie hier, natürlich wirkt, ist es eine schöne Möglichkeit Worldbuilding nebenbei zu praktizieren.
Auf ein letztes Detail möchten wir noch gegen Ende der Geschichte hinweisen. Wenn man unsere Analyse bisher so liest, wird man sicher zu dem Schluss kommen: Nimm alles an Worldbuilding-Exposition aus deiner Kurzgeschichte heraus, die nicht wirklich wichtig ist und verteile sie so gut es geht über die gesamte Länge der Geschichte. Verstecke sie so gut es geht und lass dich nicht dabei erwischen, wie du Worldbuilding praktizierst!
Das ist zum Teil richtig, aber leider nicht immer. Und deswegen wie eingangs erwähnt: Es ist so verdammt schwer!
In Spoofing haben wir gegen Ende ein paar Mal Arten von Worldbuilding, bei denen Dinge angesprochen werden, die nicht wirklich wichtig für die Story sind, die hier gerade erzählt wird. Das endlose Tunnelnetzwerk, die Höhlenmalereien und selbst die Enthüllung, dass die KI im Untergeschoss vielleicht für all das Verantwortlich ist, für das unmittelbare Schicksal der Charaktere hat es eigentlich keine Bedeutung. Sollte man es deswegen nicht einfach alles rausnehmen? Die Antwort ist natürlich: Nein. Denn das gibt der Welt mehr Tiefe, mehr Mystery, mehr “Fleisch” und es bereichert gleichzeitig auch unglaublich die Story an sich. Also wäre es eine Schande, all diese Elemente herauszustreichen. Es wäre sogar ein Fehler.

Zurück bleiben wir vermutlich etwas unbefriedigt. Wir haben keine klare Antwort, wie gutes Worldbuilding ohne wenn und aber funktionieren wird. Aber vielleicht haben wir ja hier ein paar Denkanstöße herausgearbeitet, die zumindest helfen zu sehen, wie man es machen kann.
Akeem
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 15.05.19 21:29
Formen von Storytelling
Innerhalb unserer eigenen Community war es von einigen recht kontrovers diskutiert, ob es sich bei der Geschichte “Denn wovon lebt der Mensch?” um eine Kurzgeschichte handeln kann. Schließlich ist sie sehr viel anders geschrieben, als die anderen!
Großteil dieser Geschichte wird in einem Chat-Verlauf erzählt. Also eine neumodische Art einen Dialog zu führen. Auf dem ersten Blick mag das ungewöhnlich erscheinen. Können einfache Chatnachrichten denn wirkliche eine Geschichte erzählen? Die Antwort ist offensichtlich, denn das Ergebnis spricht für sich selbst. Es ist natürlich möglich auf diese Art und Weise eine Geschichte zu erzählen, wieso sollte es auch nicht sein? Das einzig wichtige ist doch, dass tatsächlich etwas erzählt wird. Die Art und Weise ist zweitrangig… Aber auch eine Chance!
Wenn wir an Geschichten denken, kommt uns immer zuerst das Buch in den Sinn. Aber eigentlich werden Geschichten über viel mehr Medien erzählt, als das. Filme und Videos kommen uns zuerst in den Sinn. Klar, das Kino erzählt große Geschichten, komplett visuell. Aber wartet, visuell? Ja, Comics und Mangas, die erzählen auch Geschichten. Und das visuell, aber gleichzeitig auch als Buch. Wenn man es genau nimmt, dann erzählen Zeitungsartikel ja auch Geschichten. Klar, diese wollen meistens hauptsächlich informieren, aber doch auch bisschen unterhalten, oder Bild? Und dann sind da noch Reportagen in Magazinen, die sowohl Bild als auch Text haben. Und ist ein Briefwechsel, den ich mit einem Freund habe, nicht auch nur eine Form des Dialoges?
Es gibt keinen Grund, diese Arten des Story-Tellings strikt zu trennen. Außer vielleicht Regeln, über Kurzgeschichten, die wir mal in der Schule gelernt haben. Aber sind das nicht eher Charakteristiken, die hinterher über diese Textgattung zusammengefasst wurden? Weniger Regeln, wie die Regeln bei einem Spiel, sondern mehr Beobachtungen über ein freilaufendes Tier in der Wildnis, die sich ändern können, wenn sich das Tier entscheidet plötzlich aufrecht zu gehen, statt auf allen vieren?
Das Denken in Kategorien und Regeln. Die Schublade “Kurzgeschichte”, sollte uns nicht davon abhalten, mit den Beobachtungen von Literaturwissenschaftlern zu brechen. Was wir machen ist Kunst und keine stupide Abarbeitung von irgendwelchen Regeln-Listen.
Nehmen wir diese Geschichte zum Anlass, um über den Tellerrand des Deutsch-Lehrbuchs hinauszuschauen. Es gibt unzählige Arten, eine Geschichte zu erzählen. Das Genre der Chat-Short-Fiction ist gerade im Zeitalter des Internets, sogar auf dem Vormarsch. Horrorgeschichten bedienen sich oft gefundenen Tagebuch-Einträgen als Stilmittel. Es gibt Krimi-Geschichten die nur über Zeitungsartikel erzählt werden. Es gibt Science-Fiction Geschichten, in denen Charaktere über Chats oder Foren-Einträge kommunizieren.
Und selbst wenn wir in den Deutsch-Lehrbuch Teller hineinschauen, sehen wir dann bei Klassikern nicht auch Parabeln, die in der Geschichte erzählt werden? Das Stück im Stück? Das Brechen der Vierten Wand?
Selbst damals gab es keine echten Regeln und auch wir sollten uns nicht zu den Sklaven der Literaturwissenschaftler machen.
Wir sind Künstler...


Oder versuchen es zumindest zu sein ;-)
lostblood90
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 16.05.19 16:13
Zum Feedback:

An sich ist das Feedback eine nette Idee. Jedoch finde ich es persönlich Unfaire, dass ganze Konzept wieder einfach zu ändern ohne wirklich alle Meinungen dazu zu hören. Das vorherige Feedback ging wenigstens auf jede Geschichte ein. Doch das jetzige pickt sich einfach gezielt Geschichten als vergleiche heraus und geht dabei kaum auf andere Geschichten ein oder werden kaum erwähnt.
Daher bin ich in Zukunft dafür, dass bei solchen größeren Änderungen oder Umstellungen der Regeln und Feedbacks ein Voting gemacht wird damit auch alle die Chance haben zu Voten.
Denn so wie ich es erfahren habe wurde es einfach nur im Chat besprochen und fertig. Denn nicht jeder hängt permanent im Chat rum und liest alles mit was da geschrieben wird oder hat den Chat überhaupt offen/ oder den Ton an wenn Nachrichten eingehen. Denn dann kommt auch noch hinzu, dass manche sich erst am Wochenende wirklich Zeit dafür nehmen können ins Forum zu kommen und müssen dann feststellen, dass einfach wieder etwas beschlossen wurde wo die Person nicht mal mitreden konnte oder überhaupt äußern konnte.
Das ist mein Feedback zum Feedback.
Sanara
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 16.05.19 16:37
Danke für dein Feedback dazu. Wir haben die auffälligsten Fehler einer Geschichte gepackt und diese in eine Art „Tipps für jeden“ Format umgeschrieben. Damit auch ein Schreiber etwas davon hat, der keine Zeit hatte um bei diesem Wettbewerb mit zu machen. Unser Problem ist gewesen: jedesmal wenn Feedback formuliert wurde, gab es jemanden der unzufrieden war. Deshalb dachten wir hey, probieren wir doch mal was neues. Da es wirklich sehr viel Arbeit ist dieses Feedback zu schreiben, wollten wir auf ein langwieriges Voting verzichten und haben deshalb einfach im Chat gefragt. Die Frage stand da für ein paar Tage, es hatte sich keiner beschwert also dachten wir, wir machen das einfach mal. Schließlich machen wir das ganze ja freiwillig und weil es uns Spaß macht und nicht weil wir dazu verpflichtet sind. Es ist wirklich schade, dass dir das Feedback nicht gefällt. Mal sehen, was die anderen dazu sagen :)
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 19.05.19 23:04
Schade, dass es keine weiteren Meinung zu diesem Thema gibt. Ich will dann mal noch abschließend erklären, wieso wir das versucht haben. 
Wir haben immer in den einzelnen Reviews versucht allgemeine Tipps abzuleiten, die wir dann anhand von Beispielen aus den Texten erklärt haben. Wir haben auch auf einige vergangenen Analysen verwiesen in den neuen Texten. Dementsprechend dachten wir uns, es wäre vielleicht besser, das Feedback weniger als Reviews zu gestalten, sondern wirklich allgemeinere Tipps zu geben, die jedem helfen könnten.
Des Weiteren ist uns halt auf gefallen, dass wir immer wieder dieselben Tipps schreiben müssen. Auch in Reviews zu den Geschichten innerhalb einer Wettbewerbs-Runde.  Und weil wir fanden, dass die Tipps auch für andere Autoren wichtig sein können und wir nicht immer dasselbe schreiben wollten, dachten wir, eine Zusammenfassung wäre sinnvoll.

Allerdings kann ich auch verstehen, wenn man lieber ein extra Review nur für seine eigne Geschichte haben möchte. Da keiner außerhalb der Jury eine gegenteilige Meinung haben zu scheint, werden wir das zukünftig auch wieder so machen. Eine Geschichte ein Review.
Die Reviews werden jedoch dann wieder ähnlich aussehen wie vorher und auch Elemente von diesen Tipps enthalten. Es kann dann zu Wiederholungen kommen, aber wenn jemand nur an dem Review für seine eigene Geschichte interessiert ist, könnte das vielleicht auch besser sein.

Was das Voten für jede Regelveränderung angeht: Das können wir gerne machen. Ich würde es jedoch auf Regeln beschränken, die direkt den Wettbewerbs-Inhalt betreffen (z.B. Länge von Geschichten oder wie der Sieger ermittelt wird) und nicht auf Regeln anwenden, die organisatorischer Natur sind. Derzeit sind jedoch weitere Regelveränderungen nicht vorgesehen.
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 20.05.19 12:57
Also ich habe mir eure Reviews durchgelesen und fand die so weit eigentlich sehr gut. Hab nichts konstruktives dazu anzumerken, deshalb hatte ich nichts dazu geschrieben. 

Was die Regeln betrifft finde ich persönlich eigentlich das es keinen Änderungsbedarf gibt. Andere können das sicherlich anders sehen aber wir haben in der Vergangenheit schon viel an den Regeln herumgedockert. Gefühlt ändern sich die Regeln fast nach jedem Wettbewerb. Fände es eigentlich nicht schlecht wenn man sich irgendwann mal auf etwas verbindliches einigt und das dann auch durchzieht, sodass man nicht vor jedem neuen Wettbewerb noch mal genau die Regeln studieren muss ;)

Was Reviews zu den individuellen Geschichten angeht würde ich sagen das wir gern die aktuelle Form beibehalten können. Wenn ihr, wie ich annehme, weiterhin den größten Wert bei den Reviews auf handwerkliche Sachen, anstatt auf inhaltliche legen wollt finde ich die aktuelle Form eigentlich besser.
Todd
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 20.05.19 18:58
Also noch einmal auf ein neues ;)

Ich fand das Feedback im Grunde eigentlich recht gut so wie ihr es dieses mal gemacht habt. Würde da nichts dran ändern wollen. Individuelle Reviews würde ich eigentlich nur für sinnvoll erachten wenn man in diesen mehr auf den Inhalt und nicht nur auf das handwerkliche eingehen würde. Aber da das wahrscheinlich nicht eure Absicht ist finde ich die Form wie wir es jetzt hatten besser.

Die Regeln würde ich so belassen wie sie jetzt sind. Es sei den es gibt wirklich noch mal ein ernstes Problem damit. Gefühlt haben wir fast nach jedem Kurzgeschichtenwettbewerb wieder etwas an den Regeln verändert. Würde es eigentlich begrüßen wenn wir uns irgendwann mal wirklich auf ein verbindliches Regelwerk verständigen könnten. ;)
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 20.05.19 21:19
Ich wollte noch meinen Senf dazu geben :D

@Akeem schrieb:In der Geschichte “True Face” haben wir auch eine Wandlung der Identität. Wir haben eine Kellnerin, von welcher man zu Beginn glaubt sie sei nicht mehr als eine Kellnerin, doch am Ende stellt sich heraus, dass sie eine KI ist. Allerdings entstehen in dieser Kurzgeschichte Fragezeichen, die nicht aufgeklärt werden und wenig Sinn ergeben. Das lässt die Geschichte unstimmig werden und das Interesse des Lesers verschwinden. Wir haben hier einen Charakter der schweißgebadet, weinend und mit feuchten Fingern eine Kasse bedient.

Schweißgebadet versuchte ich den Cheesecake zu verrechnen damit sich die Kasse öffnete, doch der Touchscreen reagierte nicht auf meine feuchten Finger. Als mich der Kerl noch einmal stresste, begannen meine Tränen zu fließen, doch schließlich öffnete sich die Lade. “


Selbstverständlich wären all diese Aussagen ziemlich logisch, wenn der Charakter denn menschlich wäre. Ist sie aber nicht. Diese Aussagen führen dazu, dass man sich am Ende denkt. Wieso ist die denn plötzlich eine KI? Können Roboter in unserer Welt weinen und schwitzen? Nein, aus diesem Grund assoziiert man diese Aussagen mit einem menschlichen Wesen und hält diese Aussagen für unstimmig. Sollte es in dieser Welt Roboter geben, denen es möglich ist zu schwitzen und zu weinen, so sollte dies in der Geschichte erklärt werden. (Siehe Worldbuilding, nächster Punkt). Da es hier aber nicht erklärt wird, wäre es passender Roboter ähnlich Reaktionen einzuführen.

Hier müsste man zwischen reinem Roboter und Androiden differenzieren ;) Androiden sind Menschen so sehr nachempfunden, dass sie durchaus künstlichen Schweiß und Tränen produzieren könnten um zwischen den Menschen viel besser unterzugehen. Nimm Detroit become Human als Beispiel. Die Androiden da können weinen, schwitzen und andere künstliche Körperflüssigkeiten produzieren und das ist ganz normal. Gerade wenn man einen Androiden erschafft der selbst nicht wissen soll was er ist würde man solche Kleinigkeiten bedenken. Ich würde stutzig werden wenn ich mein Leben lang nicht weinen könnte.

Übrigens halte ich mich in dieser Szene ganz an deinen Tipp "Show, don't tell"^^ Eine technische Beschreibung nur zum Zwecke des Worldbuildings einzufügen ist nicht besser. Es muss also nicht extra erklärt werden dass es Androiden gibt die das alles können, denn ganz offensichtlich muss es sie geben weil es eben einer in dem Szenario kann.

@Akeem schrieb:“Ich verrechnete den Cheescake so schnell es ging, damit sich die Kasse öffnete und ich dem Mann das Geld händigen konnte. Als mich der Kerl noch einmal stresste, streckte ich ihm wortlos das Geld entgegen und schloss die Kasse langsam.”


Hier würde sich der Leser eher fragen, wieso ist diese Kellnerin so entspannt? Am Ende würde ein “aha”-Effekt aufkommen, weil sie ein Roboter ist und sie Gefühle kaum kennt. Das wäre aber nur eine schnelle von vielen Lösungen.
Das wäre die schlechteste von allen möglichen Lösungen. Der Leser würde dann in etwa so eine Bindung zum Charakter aufbauen wie er es zu einer Bohmaschine täte. Denn eine Bohrmaschine kennt auch keine Gefühle. Der Android ist hier absichtlich extrem menschlich und dadurch wird zwar der "Aha-Effekt" am Ende weniger, der "WTF-Effekt" allerdings umso größer ;)

@Akeem schrieb:Jetzt sind wir bei dem Part, nachdem die Kellnerin erschossen wurde. Die Kugeln waren abgeprallt und deformiert, sie fiel zu Boden. Warum aber wacht sie in ihrem eigenen Apartment auf? Nach einem Überfall, tauchen Polizei und Krankenwagen auf. Eine angeschossene Person ist die letzte, die nach ein paar Minuten wieder nachhause geschickt wird. Theoretisch würde sie ins Krankenhaus kommen, allerdings würde man vor Ort schon feststellen das sie kein normaler Mensch war, weshalb sie vermutlich in eine andere Anstalt kommen würde. Labor, Werkstatt etc. irgendwie sowas. Also ist der letzte Part, dass sie in ihrer Wohnung aufwacht und was sie dort tut, auch ziemlich fern von Logik und das ist der Punkt, an dem jeder Leser vermutlich das Buch zuklappen und nie wieder öffnen würde.
Dann: Sie ist  scheinbar geheilt, keine Löcher oder sonstiges an ihrem Körper. Wie kam es dazu? Das wird leider nicht mehr erklärt. Als nächstes taucht der Charakter am Diner auf, an dem sie angeblich tot aufgefunden wurde, aber ihre Leiche offensichtlich niemanden interessierte, weil sie ja zuhause aufgewacht war. Ihr Herz rast und sie hyperventiliert - ist das einem Roboter möglich? Ist sie evtl nur ein halber Roboter? Die zweite Frage klärt sich, nach dem sie sich die Haut komplett abzieht und offensichtlich gänzlich ein Roboter ist. Warum also hat sie ein Herz und kann hyperventilieren? Hyperventilieren durch Stress ist meist reine Kopfsache, kann so etwas einem Roboter überhaupt passieren? Es sind zu viele Fragen, die nicht beantwortet werden und somit keinen Sinn ergeben und der Geschichte eine Unstimmigkeit verleihen. Um die Geschichte wieder logisch darzustellen, hätte man nach dem Verlust ihres Bewusstseins an einem anderen Ort, als der eigenen Wohnung weiter schreiben sollen. Z.B. einem Labor in welchem sie untersucht wird, oder einer Werkstatt des Diners (so hätte man die Frage klären können, warum eine KI in einem Diner eingesetzt wird -> das Diner hat nur KIs angestellt).

Wer sagt denn, dass Polizei und Krankenwagen nicht da waren? ;)
Und wieso sollte niemand von denen wissen, dass sie ein Android ist? Vielleicht ist es eine Tatsache die jedem außer ihr selbst bekannt ist.
Kleine Reparatur, Speicherreset und schon ist sie wieder fertig für die Auslieferung und das zu Hause um sie möglichst wenig Verdacht schöpfen zu lassen.
Diese Stelle soll bewusst Spekulationen auslösen. Daraus nur zu schließen, dass es einfach unlogisch ist zeugt eigentlich nur von wenig Fantasie^^ Man sollte sich hier eher fragen WARUM sie wieder zu Hause ist und nicht wie. Es soll die Frage nach dem Umgang mit Androiden hervorrufen. BTW ist eine Nacht vergangen und das reicht für die Spurensicherung der Polizei leicht aus um den Tatort mit Androiden zu untersuchen und die "Leiche" dann wegzuschaffen.

Zu Herzrasen und Hyperventilieren siehe oben -> perfekte Nachahmung des Menschen sowohl körperlich als auch programmtechnisch-psychisch. All die Fragen die sich dir stellen sollen nicht unbeantwortet bleiben sondern dich selbst zum Nachdenken anregen.
Wieso interessiert niemanden ein erschossener Android? Vielleicht weil es alltäglich ist? Vielleicht weil Androiden nichts besonderes sind sondern einfach jede zweite Person einer ist ohne es selbst zu wissen? Diese "Logikfehler" sind bewusstes weg lassen von Information um Neugierde und Spekulation zu wecken.

BTW: Von mir war es wirklich so gedacht, dass Androiden einfach extrem häufig sind und sie alle selbst nicht wissen, was sie sind. Ein wenig wie in Westworld ;) (Übrigens können die Androiden dort auch schwitzen, weinen, in Panik verfallen usw. Die Serie ist echt empfehlenswert ;D )
Sanara
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Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz Empty Re: Kurzgeschichten-Wettbewerb - Künstliche Intelligenz

am 21.05.19 6:27
Es ist halt leider nicht leicht den gewissen Grad zwischen all den Tipps zu finden, die wir gegeben haben. Alles in allem bleiben wir bei der Meinung, dass die Geschichte logisch Lücken hat. Für jemanden (wie zb mich) der nichts mit SciFi am Hut hat wurden viele Fragen aufgeworfen die leider im Laufe der Geschichte nicht geklärt wurden. Dennoch sind das alles nur Tipps von uns. Wir sind auch keine Profis und im Endeffekt ist es gleich ob ihr sie annehmt oder nicht. Es ist nur sehr schad, dass man (besonders Akeem) fast nie Dank sondern immer irgendwelche Rechtfertigungen oder schlimmeres als Antwort erhält xD. Obwohl er das privat in seiner Freizeit für euch macht. Dennoch: nimmt unsere Tipps nicht persönlich, evtl helfen sie euch oder eben nicht :))

Danke Todd für deine neutrale Antwort hierzu. Ich wäre auch dafür, dass wir uns mal auf eine Regelung einigen und die dann auch alle akzeptieren. Freut mich, dass diese die Version einigermaßen gefällt :)
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