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Akeem
Akeem
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[Serie] Community Empty [Serie] Community

am 08.10.13 0:30
Community
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ProSieben Umfrage: "Welche ist Ihre Lieblings US-Sitcom?" Publikumsliebling How I Met Your Mother?, Krankenhausmeisterwerk Scrubs oder doch Dauerbrenner Two and a Half Men?. Die meisten würden sich wohl zwischen diesen dreien entscheiden. In Deutschland haben nur wenige überhaupt von der Serie "Community" gehört. Kein Wunder, schließlich wurde die erste Staffel erst Samstags im Nachmittagsprogramm von ProSieben versendet, mittlerweile kann man alle Folgen nachts auf Comedy Central begutachten. Was wirklich eine Schande ist, denn diese ausgezeichnete Serie würde etwa dreihundertmal besser ins Abendprogramm von ProSieben passen, als dieses ätzende, unlustige Two Broke Girls. Aber manches ist eben zu gut für das Deutsche Fernsehen.
In Community geht es um eine Gruppe von Studenten auf dem Community College "Greendale", welche angeführt wird von dem ehemaligen Anwalt Jeff Winger(Joel McHale). Jeff, der es geschafft hat mehrere Jahre mit einem gefälschten Diplom zu praktizieren, muss nun wieder zurück zur Uni und trifft hier die heiße Blondine Britta Perry(Gillian Jacobs), welche ihn dazu bring einer Spanisch Lerngruppe zu gründen: Bestehend aus dem Spitzensportler Troy(Donald Glover), dem Weirdo und Filmnerd Abed(Danny Pudi), der Mutter zweier Kinder Shirley(Yvette Nicole Brown), der Streberin Annie(Alison Brie) und dem rassistischen, perserven Langzeitstudenten Pierce(Chevy Chase).Im Verlauf der 2009 zum ersten Mal ausgestrahlten, bisher 4-Staffeln umfassenden Serie hat die Gruppe, und allem voran Anführer und Zugpferd Jeff Winger nur ein Ziel: Irgendwie die Uni schaffen. Mit allem was dazu gehört.




Weg vom Sitcom-Einheitsbrei
Hört sich bis hier ziemlich gewöhnlich an, oder? Wir wissen doch schon, was nun alles auf uns zukommt, oder? Liebesdreiecke, Freundschaften brechen auseinander und schließlich haben sich am Ende dann doch wieder lieb. Doch nicht so in Community. Im Sitcom-Einheitsbrei pustet diese Serie einem so sehr frischen Wind ins Gesicht, dass man fast eine Erkältung kriegen könnte. Fast frei von allen Sitcom Klischees, scheiß die Serie auf alle Konventionen und macht absolut ihr eigenes Ding. Seit Scrubs habe ich keine mehr so kreative Sitcom bestauenen dürfen: Hier bekommen wir das, was uns bei The Big Bang Theory nur versprochen wurde. Das absolute Nerd-Wohlfühlpacket.



Gimicks, Popkultur, Sympatische Charaktere
Während die erste Staffel zu Anfang noch konventionell wirkt, zeigt sich gegen Ende der ersten 25 Episoden dann, was der Macher Dan Harmon mit der Serie wirklich vor hat: Das Motto ist: Mit Konventionen brechen. Ich spiele hier nun auf die sogenannten "Gimick"-Episoden an, aus welche dann die zweite und dritte Staffel größtenteils bestehen. In diesen Episoden wird parodiert, imitiert und refernziert, was das Zeug hält. Fast jedes Filmgenre, jeder Filmklassiker und jedes TV-Klischee bekommt irgendwann, irgendwie in einer Epiesode seinen Raum. Es fängt alles an mit einer Halloween Episode, in der Abed in seiner Rolle als Dark Knight völlig aufgeht, über einer Action-Film reichen Paintball Die Hard Parodie oder einer komplett animierten Weihnachtsepisode, bis hin zu SciFi Episoden, die sich mit Paralelluniversen beschäftigen. Und das fantastische dabei ist: Das es zu keiner Zeit erzwungen oder aufgesetzt wirkt. Im seltsamen Kosomos, den Community sich dort an dieser Uni schafft, machen alle jetzt absurd klingenden Konzepte Sinn. Den Autoren muss man wirklich hochanrechnen, dass sie es schaffen diesen ganzen Wahnsinn unter einen Hut zu bringen und zusätzlich es auch noch schaffen eine Staffelübergreifende Geschichte zu erzählen.
Doch alle Popkult-Referenzen und Genreparodien wären am Ende doch nur halb so witzig, wenn die Charaktere nicht auch so fern ab von allen Klischees wären. Während man am Anfang noch einige Charakterezüge leicht kritisieren kann (Besonders Jeff und Britta), entwickeln sich alle Charaktere im Laufe der Serie zu ausgesprochnen liebenswerten Charakteren, die einem allesamt ans Herz wachsen werden. Besonders hervorheben möchte ich hierbei Alison Brie's Charakter Annie und Anführere Jeff Winger. Achh... Alison Brie....
Doch auch neben den Mitglieder der "Study Group" gibt es andere skurile Gestalten, welche in Greendale ihr Unwesen treiben. Besonders hervorzuheben wäre da Spanisch-Lehrer Ben Chang, welcher von Hangover-Star Ken Jeong gespielt wird und Dean Craig Pelton(Oscarpreisträger Jim Rash), welche die Storyline immer wieder durch amüsante Einlagen aufheizen.



The Big Bang Theory in gut
Wie bereits erwähnt, halte ich Community für das, was wir uns alle von The Big Bang Theory erhofft haben: Ein echte Nerdwohlfühl-Sitcom, die aber auch "Normalos" genießen könnne. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte: Community ist The Big Bang Theory... nur in gut. Sind wir mal ehrlich: Worum geht es in TBBT eigentlich? Es gibt darum, ob ein Nerd mit Doktortitel nun mit der heiße, etwas dümmlichen Nachbarin kriegt, oder nicht. Es ist eine einfache Romance-Sitcom.  Diese Romance-Komponente ist in TBBT am Anfang noch gut dosiert und wechselt sich mit anderen Elementen ab. Doch im Verlauf der Serie fallen diese immer mehr weg. Es scheint in der Serie nur darum zu gehen, zu zeigen, dass kein Nerd verloren ist: Er kriegt irgendwann die heiße Nachbarin. Der Romance Anteil ist einfach viel zu hoch. Gerade das macht Community besser. Auch Community verzichtet dann doch nicht ganz auf das Romance-Element, geht jedoch subtiler damit um. Es läuft immer mit, aber spielt nicht die Hauptrolle. In Community geht es immer darum, dieses komische Greendale irgendwie zu überstehen und eine gute Zeit auf der Uni zu haben. Das es in einer Gruppe von 6 Leuten dann doch ab und zu mal knistert, ist nur logisch. Es ist realistisch.



#sixseasonsandamovie (Fazit)
Ich kann jedem, der auf Sitcoms steht und von dem ganzen Einheitsbrei da draußen langsam genug hat, wirklich nur sagen: Schaut Community! Und zwar sofort!

Die ersten 3 Staffeln sind wirklich Unterhaltung auf höhstem Niveau und kann man wirklich schön einfach so zwischendurch mal schauen. Die vierte Staffel ist nicht nur um einiges kürzer (nur noch 13 statt 22 Episoden), sondern auch in der Qualität um einiges schwächer. Wegen Differenzen zwischen dem Sender, Chevy Chase und Dan Harmon kam es zur vorzeitigen Entlassung von Dan Hermon. Das führte dann in der vierten Staffel leider zu ein paar für die Serie untypischen und unglaubwürdigen Handlungssträngen. Zur fünften Staffel ist Harmon zwar wieder am Bord, dennoch müssen wir uns von Chase und später auch von Donald Glover verabschieden. Allgemein wird vermutet, dass die fünfte Staffel wohl leider die finale Staffel von Community sein wird.

4,5/5



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